Artikel-Schlagworte: „Zinsen“

Jetzt Kapitaldienst senken

Freitag, 4. November 2011

Überraschend für viele hat die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Für Unternehmen mit einem hohen Anteil an kurzfristigem Fremdkapital bedeutet dies – nach der hehren Theorie – die Aussicht auf eine Entlastung beim Kapitaldienst für die entsprechenden Finanzierungen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kreditgeber dergestalt mitspielen, dass sie ihre geringeren Refinanzierungskosten entsprechend an ihre Kunden weitergeben. Vor dem Hintergrund, dass die Konditionen für KK-Kredite insgesamt auf einem (angesichts des Dauerzinstiefs im langfristigen Darlehensbereich) nach wie vor erstaunlich hohen Niveau befindlich sind, sollten Unternehmen und Selbstständige in jedem Fall die Gesprächsbereitschaft ihrer Hausbank zu einer Konditionssenkung eruieren, sofern diese nicht von sich aus aktiv wird. Vor allem bei einer Dauerinanspruchnahme der betrieblichen Kontokorrentlinie empfiehlt es sich überdies, eine Umschuldung in den mittelfristigen Darlehensbereich ins Auge zu fassen, gegebenenfalls unterstützt durch eine unabhängige Unternehmensberatung mit Expertise in Fragen rund um betriebliche Finanzierungen.

Zinsersparnis

Montag, 26. September 2011

Eine Immobilienfinanzierung umfasst einen Zeitraum von bisweilen über 40 Jahren. Dies ergibt sich in der Praxis schon aus der hohen Darlehenssumme, die es zu tilgen gilt. Die Mindesttilgung, die Banken und Sparkassen bei der Vergabe von entsprechenden Darlehen voraussetzen, beläuft sich auf jährlich ein Prozent der Darlehenssumme, allerdings zuzüglich ersparter Zinsen. Die ersparten Zinsen erhöhen die Tilgungsleistung dadurch, dass die Darlehensrate während der Dauer der Festzinsbindung konstant bleibt, der Zinsanteil jedoch mit jeder geleisteten Tilgung sinkt. Der Zinsanteil sinkt, da sich die ausstehende Darlehensschuld als Bemessungsgrundlage für die Zinsberechnung mit jeder Tilgungsleistung reduziert. Da bei einem Annuitätendarlehen, der klassischen Darlehensvariante für die Finanzierung einer Immobilie, die ersparten Zinsen nicht die Darlehensrate reduzieren, sondern durch zusätzliche Tilgungsanteile aufgefüllt werden, bleibt die Darlehensrate konstant. Der in der Darlehensrate enthaltene Tilgungsanteil steigt somit sukzessive an: Die Tilgung der ausstehenden Darlehensvaluta erhöht sich mit jeder Darlehensrate, und zwar absolut und prozentual. Dies beschleunigt die Tilgung der Immobilienfinanzierung und führt zu einer deutlich schnelleren Entschuldung, als es eine Tilgung von jährlich einem Prozent zunächst vermuten ließe. Ohne die Tilgung ersparter Zinsen beliefe sich der Darlehenszeitraum bei einer jährlich Tilgung von einem Prozent des Darlehensbetrages auf 100 Jahre. In Abhängigkeit von den Darlehenszinsen ergibt sich somit in der Praxis bei einer einprozentigen Tilgung eine Laufzeit einer gewöhnlichen Immobilienfinanzierung von rund 40 Jahren. Die Auswirkung einer höheren Tilgung, wie sie insbesondere in Zeiten besonders niedriger Zinsen zu empfehlen ist, lässt sich mit einem Baufinanzierungsrechner, wie er im Internet kostenlos zur Nutzung angeboten wird, leicht nachvollziehen.

Niedrigzinsniveau dauert an

Montag, 5. September 2011

Voraussichtlich stehen kurzfristig keine weiteren Zinserhöhungen seitens der EZB an. Entsprechende Aussagen im Vorfeld lassen sich so interpretieren, dass am kommenden Donnerstag der Leitzins auf dem aktuellen, im historischen Vergleich somit äußerst niedrigen Niveau belassen werden wird. Bei einer insgesamt als eher verhalten einzuschätzenden konjunkturellen Entwicklung treten die zuvor geäußerten Inflationssorgen nunmehr in den Hintergrund. Bei einer kurzfristig anstehenden Anschlussfinanzierung sollten Unternehmen insoweit von dem aktuell auch über längere Laufzeiten sehr niedrigen Zinsniveau profitieren können. Bei Konditionsofferten, die die günstigen Refinanzierungsbedingungen der Kreditinstitute nicht widerspiegeln, sollten Betriebe im Zweifel eine zweite Meinung einer unabhängigen Unternehmensberatung einholen, bevor eine Finanzierung unter Dach und Fach gebracht wird.

1,5%

Freitag, 8. Juli 2011

Die Zinserhöhung ist wie erwartet vollzogen worden. Der EZB-Leitzins wurde von 1,25 auf nunmehr 1,50 Prozent angehoben. Mit weiteren Anhebungen wird überwiegend für Oktober gerechnet. Bei Lichte betrachtet bleiben die Zinsen jedoch weiterhin überaus niedrig. Dies betrifft sowohl die Zinssätze im Einlagenbereich als auch Baugeld.

Inflationssorgen…

Mittwoch, 6. Juli 2011

… dürften dazu führen, dass die EZB morgen die nächste Zinsanhebung vornehmen wird. Zumindest wird dies allgemein nach den Äußerungen im Vorfeld erwartet. Entsprechend ist mit einer zeitnahen Verteuerung von kurzfristigem Geld (Tagesgeld bzw. Kontokorrentkredite) zu rechnen. Im längerfristigen Bereich, beispielsweise für Baugeld, ist keine unmittelbare Wechselwirkung zu erwarten, allenfalls eine mittelfristige. Dass die Zinsen allgemein im langfristigen Vergleich, abgesehen von den Konditionen für Dispos und KK-Kredite, als niedrig zu bezeichnen sind, sollte man nicht vergessen. Insbesondere dann nicht, falls bei der Zinserhöhung wiederum argumentativ die Inflationsrisiken herangezogen werden sollten.

Zinsbelastung

Montag, 20. Dezember 2010

Der Zinsaufwand eines Unternehmens verzehrt in der Praxis häufig einen wesentlichen Teil des Rohertrags. Die absolute Höhe ist im Wesentlichen abhängig von den Volumina an aufgenommenem Fremdkapital und der Durchschnittsverzinsung. Im Rahmen einer Unternehmensanalyse, die von Kreditinstituten oder von einer beauftragten Unternehmensberatung durchgeführt wird, spielt insbesondere die relative Höhe im Branchenvergleich und im Zeitablauf eine Rolle.
Im Rahmen der Prüfung der Finanzierungsstruktur eines Unternehmens ist darüber hinaus zu prüfen, inwieweit neben dem ausgewiesenen Zinsaufwand weitere Finanzierungskosten die Ertragslage beeinträchtigen. Dies betrifft vorwiegend Leasingverträge und Lieferantenkredite, die ebenfalls – wenn auch verdeckte – Zinsbestandteile enthalten.
Im Rahmen einer Neustrukturierung der Unternehmensfinanzierung stellt der Zinsaufwand nicht selten eine wesentliche Stellschraube dar, beispielsweise durch die Ablösung in Anspruch genommener kurzfristiger und teurer Kredite durch Konsolidierungsdarlehen.

Sonderkonditionen beim Leasing

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Beim Leasing gibt es keine Sonderzinssätze, mit denen geworben wird. Überhaupt wird beim Leasing grundsätzlich nicht mit Zinssätzen geworben, da die Kosten der Finanzierung nicht durch den Effektiven Jahreszins angegeben werden. Dass beispielsweise bei der Finanzierung eines Fahrzeugs über Leasing jedoch Kosten entstehen, die über den reinen Anschaffungspreis hinausgehen, sollte jedem klar sein. Sonderkonditionen spielen dahingehend eine Rolle, dass der Hersteller entweder einen Nachlass auf den Listenpreis einräumt oder dass günstige Konditionen sich in einer niedrigen Leasingrate widerspiegeln. Zu beachten ist allerdings, dass bei derartigen Sonderaktionen die Rahmenbedingungen hinsichtlich Sonderzahlung, Laufzeit und Modalitäten am Ende des Vertrages in aller Regel fix und damit nicht verhandelbar sind. Zu diesen Modalitäten zählen unter anderem die Vertragsbedingungen bezüglich der Konditionen einer käuflichen Übernahme des Fahrzeugs oder die Vergütung für den Kunden für den Fall, dass die Fahrleistung während der Leasinglaufzeit letztlich geringer ausfällt als kalkuliert. Auch aus diesem Grund ist es zu empfehlen, stets zum Vergleich Angebote für einen Kredit einzuholen. In Zweifelsfragen, welche Finanzierungsalternative aus welchen Gründen vor- und nachteilig ist, kann eine versierte Unternehmensberatung eingeschaltet werden.

Unternehmensfinanzierung

Freitag, 26. November 2010

Die Finanzierung eines Unternehmens ist vielfach des Pudels Kern in Bezug auf einen notwendigen Konsolidierungsbedarf. Eine Unternehmensanalyse hat häufig zum Ergebnis, dass keine fristgerechte Finanzierung des Anlagevermögens vorgenommen wurde. Hierbei wurden langfristige Investitionen über kurzfristiges Fremdkapital durch eine Inanspruchnahme der bereitgestellten Kreditlinie auf dem Betriebsmittelkonto finanziert. Dies hat in der Regel zur Folge, dass aus dem Cashflow heraus keine oder nur unzureichende Tilgungsleistungen erbracht werden, wodurch die Anlagendeckung – eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, auf die Kreditinstitute im Rahmen der Bonitätsprüfung verstärktes Augenmerk richten – beeinträchtigt wird. Zudem stellt sich Zinsbelastung des Unternehmens bei dieser Form der Finanzierung absolut und relativ weitaus höher dar, als sie notwendig wäre. Eine mittel- bis langfristige Darlehensaufnahme brächte im Vergleich deutlich günstigere Konditionen mit sich. Bereits dieser Effekt ist geeignet, eine deutliche Ersparnis zu realisieren.

Im Zuge einer Existenzgründung werden derartige Szenarien idealerweise im Vorfeld durchleuchtet. Hierbei wird häufig eine qualifizierte Unternehmensberatung in die Analyse eingebunden.

Vollfinanzierung

Freitag, 1. Oktober 2010

Unter einer Vollfinanzierung versteht man eine Investition, die vollständig durch Aufnahme von Fremdkapital durchgeführt wird. In der Praxis erfolgt hierbei eine Finanzierung, bei der der Kaufpreis in voller Höhe durch neu valutierte Kredite oder Darlehen durch Kreditinstitute beglichen wird.
Für ein Unternehmen hat eine Vollfinanzierung den Vorteil, dass das bestehende Eigenkapital geschont wird. Unter der Maßgabe, dass die Investition sich als rentabel herausstellen soll, muss diese rechnerisch jedoch eine höhere Rendite erwirtschaften als die Finanzierungskosten, bemessen nach dem Effektiven Jahreszins. Auch ist zu beachten, dass die Eigenkapitalquote sinkt, was sich negativ auf das Rating des Unternehmens auswirken kann. Überdies steigt im Vergleich zu einer Mischfinanzierung mit einem teilweisen Eigenkapitalanteil der Kapitaldienst an.
Für gewöhnlich üben Kreditinstitute bei der Durchführung von Vollfinanzierungen für Unternehmen und beruflich Selbstständige eine größere Zurückhaltung als im Privatkundengeschäft. Sofern eine anstehende betriebliche Investition vollständig durch Fremdkapitalaufnahme realisiert werden soll, kann in der Bereitstellung zusätzlicher Kreditsicherheiten seitens des Unternehmens gegebenenfalls eine Verhandlungsmasse liegen. Im Übrigen kann eine ortsansässige und unabhängige Unternehmensberatung aufgrund ihrer lokalen Marktkenntnis bei der Wahl geeigneter Finanzierungspartner hilfreich sein.

Kostenfalle Kontokorrentkredit

Mittwoch, 15. September 2010

Wenn in Zusammenhang mit dem Dispo auf dem privaten Girokonto bisweilen von einer Kostenfalle die Rede ist, gilt dies nicht selten auch für Kontokorrentkredite. Anders als im Privatkundengeschäft lässt sich, etwa über die Bereitstellung von Kreditsicherheiten, mitunter zwar über die Konditionen verhandeln, dennoch sind die Angebote der Kreditinstitute in aller Regel kaum als günstig zu bezeichnen, insbesondere nicht im Vergleich zu mittel- und langfristigen Finanzierungen. Ohnehin stellt eine KK-Inanspruchnahme, die über Dispositionsspitzen hinausgeht, ein latentes Risiko für die Unternehmensfinanzierung dar. Neben der Belastung der Ertragslage durch die Finanzierungskosten geht mit einer Dauerinanspruchnahme des KK-Kredits auch eine Verschlechterung der Bilanzrelationen einher, die sich in einem verschlechterten Rating und damit künftig eingeschränkteren Finanzierungsmöglichkeiten äußern kann. Ein Investitionsbedarf, der fremdfinanziert werden soll, sollte somit über Kredite, die sich in ihrer Laufzeit an der geplanten Nutzungsdauer orientieren, abgedeckt werden.