Artikel-Schlagworte: „Unternehmensfinanzierung“

Sehr teures Geld

Dienstag, 14. Juni 2011

Zinsaufwand und Finanzergebnis stellen sich ebenso wie der Verschuldungsgrad (im engeren Sinne anhand des Verbindlichkeitenspiegels unter Angabe der Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) bei manchen Betrieben als zufriedenstellend dar. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch mitunter, dass der Schein insoweit trügt als der Betrieb ein nicht unbeträchtliches Volumen an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgebaut hat, welches einerseits im Zeitablauf im Anstieg begriffen ist und andererseits nicht oder zunehmend nicht mehr mit den korrespondierenden Aktiva im Einklang steht. Dass auf diesem Wege sehr teure Kredite als Surrogate für die Inanspruchnahme von Bankkrediten aufgenommen werden, ist im Rahmen einer Unternehmensanalyse, sei es als Jahresabschlussanalyse durch die Hausbank des Betriebs oder bei Beauftragung einer unabhängigen Unternehmensberatung, als wesentlicher Kritikpunkt an der Finanz- und (indirekt auch) Ertragslage zu werten. Gegensteuernde Maßnahmen lassen sich häufig durch eine rasche Umgestaltung der betrieblichen Finanzierung in die Wege leiten und sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden, bis Kreditgespräche anlässlich einer Anschlussfinanzierung bei der Hausbank verschlechterte Refinanzierungsbedingungen zu Tage treten lassen.

Kreditkosten

Mittwoch, 8. Juni 2011

Kreditkosten lassen sich grundsätzlich auf dreierlei Art senken: Abbau der Verschuldung, Wechsel zu einem günstigeren Anbieter (bzw. Verhandeln bestehender Konditionen) sowie Änderung der Finanzierungsstruktur. Die Abbau der Verschuldung lässt sich ad hoc grundsätzlich nur durch Kapitalmaßnahmen oder Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Bilanzverkürzung bei vorhandenen stillen Reserven bewerkstelligen. Mit weniger Aufwand und ohne ähnlich tiefgreifende Auswirkungen lassen sich häufig bessere Konditionen aushandeln. Von Vorteil beispielsweise in Zusammenhang mit einer anstehenden Anschlussfinanzierung ist hierbei die Vorlage eines besseren Konkurrenzangebots, um den bisherigen Finanzierer bei gleichbleibender Bonität zu Zugeständnissen bewegen zu können. Option 3, die Finanzierungsstruktur, die in der Praxis in nicht wenigen Fällen Optimierungspotenzial bietet, läuft im Kern auf die konsequente Inanspruchnahme der günstigsten Kredite unter Berücksichtigung der Laufzeit der mit der jeweiligen Finanzierung verbundenen Investition hinaus. Anstelle der zur Betriebsmittelfinanzierung verwandten Lieferantenkredite wird vorrangig die betriebliche Kontokorrentlinie genutzt, sofern diese zinsgünstiger ist. Bodensätze an KK-Inanspruchnahmen werden vermieden; durch Sachinvestitionen induzierte Inanspruchnahmen erfolgen nur als Vorfinanzierung im Vorfeld einer längerfristigen Finanzierung auf Darlehensbasis. Leasing als (teilweise) bilanzneutrale Fremdfinanzierungsmöglichkeit kommt in Betracht, sofern die Konditionen und die Vertragsinhalte als angemessene Alternative zur klassischen Kreditaufnahme zu würdigen sind. In Zweifelsfällen sollte man sich nicht scheuen, die zweite Meinung einer bankenunabhängigen Unternehmensberatung einzuholen.

Konsolidierung

Dienstag, 31. Mai 2011

Eine Konsolidierung ist für ein Unternehmen angezeigt, wenn es Schwierigkeiten gibt, bestehende Kredite überhaupt zu prolongieren oder dies nur zu schlechteren Konditionen vonstatten geht. Sofern – was der Regelfall ist – ein Unternehmen mit einer Hausbank zusammenarbeitet, die den wesentlichen Teil der Unternehmensfinanzierung bereitstellt, besteht in der Praxis ein nicht zu unterschätzendes Abhängigkeitsverhältnis. Insbesondere besteht eine deutliche Abhängigkeit der Kreditbedingungen vom Rating des Unternehmens, welches die Bonität und damit die Finanzierungsbedingungen aus Sicht des jeweiligen Kreditinstituts wesentlich beeinflusst und im Falle einer Negativentwicklung somit beeinträchtigt.
Sofern eine Anschlussfinanzierung zu vertretbaren Konditionen auf Probleme stößt, kann es eine Option darstellen, Alternativen mit Hilfe einer bankenunabhängigen Unternehmensberatung auszuloten. Gegebenenfalls kann ein Teil der Finanzierungen zu anderen Banken umgeleitet werden; bisweilen gilt es auch, konzeptionell tätig zu werden, um eine Ursachenforschung für quantitativ feststellbare Fehlentwicklungen im Unternehmen zu betreiben und Maßnahmen zur Begrenzung oder Gegensteuerung in die Wege zu leiten.
Entscheidend ist hierbei, dass der Betrieb auf Augenhöhe mit seinen Kapitalgebern verhandeln kann und insofern die erarbeiteten Konzepte zur Konsolidierung plausibel und widerspruchsfrei sind und nachvollziehbare Annahmen unter Berücksichtigung der Entwicklung des Betriebes im Zeitablauf enthalten. Ebenso sollte man sich allerdings darauf einstellen, dass die Neigung von Kreditinstituten im Zeitalter des Basel-III-Akkords in der Praxis abgenommen hat, Kredite auf Blankobasis zur Verfügung zu stellen.

Die Folgen der Niedrigzinsphase

Mittwoch, 4. Mai 2011

Selbstständige, die von der gesetzlichen Rentenversicherung abgekoppelt sind, müssen ihre Altersvorsorge selbst auf die Beine stellen, sofern sie nicht einem berufsständischen Versorgungswerk angehören oder ohnehin über hinreichendes freies Vermögen verfügen. Traditionell findet ein wesentlicher Teil des entsprechenden Kapital- und Vermögensaufbaus über Versicherungen statt, denen für eine sichere Kapitalanlage und Abdeckung des biometrischen Risikos die notwendige Expertise zugestanden wird. Vor dem Hintergrund, dass es diese Sicherheit nicht zum Nulltarif gibt (Stichworte: Kosten und Intransparenz) und diese maßgeblich darauf fußt, dass die Rendite des gebundenen Kapitals über kurzfristig risikolose Anlageformen – Anleihen bester Bonität – erwirtschaftet wird, erklären sich die seit Längerem rückläufigen Überschussbeteiligungen. Ebenso erklärt sich hierdurch der traurige Effekt, dass weit mehr als die Hälfte der kapitalbildenden Versicherungen ihr ursprünglich geplantes Ende nicht erlebt, weil der Versicherungsnehmer die Reißleine zieht. Die im historischen Vergleich überaus niedrigen Zinsen während der letzten Jahre führen nunmehr auch dazu, dass der aufsichtsrechtlich zulässige Garantiezins ab kommendem Jahr sinkt. Hierbei wird lediglich die Zinsentwicklung der letzten Jahre ex post nachvollzogen, während die Kredit- und Darlehenszinsen bereits wieder im Anstieg begriffen sind und die durchschnittlichen Kapitalkosten im Rahmen der Unternehmensfinanzierung aktuell ihren Tiefpunkt somit bereits hinter sich gelassen haben. Vor diesem Hintergrund lohnen Neuabschlüsse bei klassischen kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen künftig noch weniger als aktuell. Bestehende Lücken als Differenz zwischen bei Abschluss in Aussicht gestellten Entwicklungen der Überschüsse und tatsächlich erfolgten Gutschriften sollte man jedoch eher sofort als später als solche erkennen und nicht auf eine Besserung hoffen. Alternativen zu klassischen kapitalbildenden Versicherungen bestehen in speziellen Fondspolicen, die das Kapitalanlagerisiko nicht alleine dem Versicherungsnehmer aufbürden, sondern dieses durch Kapitalgarantien und darüber hinaus gehende garantierte Mindestverzinsungen wesentlich abmildern, dennoch eine Aktien- und damit chancenorientierte Form der Geldanlage darstellen. Diese sog. UWP-Policen sind in allen drei Schichten der Altersvorsorge (Rürup, Betriebliche Altersvorsorge, Privatrente) in vielen Fällen, nicht nur für Selbstständige, eine vermutlich bessere Alternative zur klassischen Lebens- oder Rentenversicherung.

Risiko Zinserhöhung

Freitag, 29. April 2011

Nachdem die Zinsen gestiegen sind, stellt sich die Frage, ob dies nun den Beginn der Zinswende markiert oder nicht. Unternehmen, die ihre Finanzierung zu einem nicht unwesentlichen Teil auf kurzfristigen Krediten oder variabel verzinslichen Darlehen aufgebaut haben, könnten somit vor dem Problem der Verteuerung ihrer kapitalkosten stehen. Die absolute und relative Auswirkung steigender Zinssätze auf das Finanzergebnis und den Reingewinn sollte im Einzelfall durchgerechnet werden, um zu entscheiden, wann bzw. zu welchem Zeitpunkt eine Umschuldung beispielsweise von Kontokorrentkrediten, die nicht nur kurzfristig zur Finanzierung der Betriebsmittel in Anspruch genommen werden, zu einer Ergebnisverbesserung und zudem grundsätzlich zu einer Verbesserung der Bilanzstrukturen beiträgt.
Variabel verzinsliche Darlehen beinhalten in einem Umfeld steigender Zinsen in der Regel ein nicht unerhebliches Zinsänderungsrisiko für Unternehmen. Da die Vereinbarung einer Zinsbindung in aller Regel mit einer Verteuerung der Kreditkonditionen einhergeht, gilt es im Zweifelsfall den Break-even-point zu ermitteln, ab wann eine weitere Verteuerung des variabel verzinslichen Darlehens den Vorteil der Flexibilität überkompensiert. Im Hinblick auf die seit einiger Zeit vergleichsweise flache Zinsstrukturkurve sind die nominalen Konditionsunterschiede zwischen variabel verzinslichen Darlehen und solchen mit einer mittelfristigen Zinsbindungsfrist im langjährigen Vergleich als niedrig einzustufen. Insofern könnte sich das Mehr an Planungssicherheit, verbunden mit der Eliminierung des Zinsänderungsrisikos, in vielen Fällen als voreilhaft erweisen. Entsprechendes gilt auch für eine Anschlussfinanzierung im Falle des bevorstehenden Auslaufens einer eingegangenen Zinsbindung. Um im Einzelfall Nägel mit Köpfen machen zu können, sollte man, vorzugsweise in Zusammenarbeit mit einer bankenunabhängigen Unternehmensberatung, die verschiedenen Optionen und deren Auswirkungen auf die Struktur der Unternehmensfinanzierung analysieren.

Wie verbessern Unternehmen ihre Bonität?

Mittwoch, 27. April 2011

Die Kapitaldienstbelastung senken oder die Kapitaldienstgrenze erhöhen: Dies sind die beiden Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, um die Bonität eines Unternehmens aus Bankensicht zu verbessern. Beide Optionen müssen sich im Übrigen nicht ausschließen, sondern können auch parallel beschritten werden, da sie im Hinblick auf das Ziel, die Relation von betrieblichem Cashflow und betrieblichem Kapitaldienst zu verbessern, gleichgerichtet sind. Da die Jahresabschlüsse, die zur Unternehmensanalyse herangezogen werden, von der Geschäftsführung bzw. dem Inhaber zu unterzeichnen sind und diese die maßgebliche Grundlage für das daraus abgeleitete Rating darstellen, ist auch der Kapitaldienst, die Summe von zu erbringenden Zins- und Tilgungsleistungen, uneingeschränkt als Chefsache im Unternehmen zu begreifen. Welche Optionen im Einzelfall unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Gegebenheiten zur Verfügung stehen, kann seitens der Entscheidungsträger innerhalb des Unternehmens mit den jeweiligen Kundenbetreuern der Kreditinstitute besprochen werden oder, insbesondere wenn sich Probleme abzeichnen, mit einer bankenneutralen und unabhängigen Unternehmensberatung.
Sich abzeichnende Probleme betreffen einerseits die Anschlussfinanzierung im Falle bislang befristet zur Verfügung gestellter Kredite, andererseits die Konditionen der Fremdfinanzierung. Die Konditionen wiederum beinhalten sowohl die Höhe der Zinssätze für bereitgestellte und/oder in Anspruch genommene Finanzierungen als auch deren Besicherung. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, inwieweit das private Vermögen der Gesellschafter bzw. Inhaber einer vertraglichen Haftung für betriebliche Verbindlichkeiten unterzogen ist.

Gap-Versicherung

Montag, 18. April 2011

Bei einer Gap-Versicherung handelt es sich um eine spezielle Form der Versicherung, die sich unter Umständen im Zusammenhang mit der Finanzierung betrieblichen Anlagevermögens als überlegenswerte Option entpuppen kann. Sie kommt zum Tragen, wenn ein Leasingvertrag vorzeitig beendet wird. Beispielsweise ist dies der Fall wenn der Leasinggegenstand, etwa das Fahrzeug, einen Totalschaden erleidet oder gestohlen wird. Abgesehen von Kulanzregelungen, die einige Anbieter während einer gewissen Karenzzeit ab Vertragsbeginn vorsehen, ist in der Regel kein Tausch des Leasingobjekts möglich. Wenn der Vertrag vorzeitig beendet wird, ist zu beachten, dass grundsätzlich zwei Parteien hieran verdienen, nämlich die Leasinggesellschaft und die refinanzierende Bank. Neben für gewöhnlich anfallenden Vorfälligkeitsentschädigungen gilt es seitens des Leasingnehmers neben dem Restbuchwert des Leasinggegenstands auch die Finanzierungskosten auf einen Schlag abzulösen. Die sich hieraus ergebende Summe übersteigt den Ablösebetrag im Vergleich zu einem Kredit, der unter sonst gleichen Umständen gewährt würde, in aller Regel deutlich. Eben diesen sogenannten Gap, die Differenz zwischen Zeitwert und Ablösebetrag, kann man bei einigen Anbietern durch eine entsprechende Gap-Versicherung absichern. Wie bei allen Versicherungen gilt, dass der Interessent einen Preis-Leistungs-Vergleich durchführen sollte, um nicht zu viel zu bezahlen. In jedem Fall sollte sich der Kunde bei der vor der Investition im Raum stehenden Frage, ob Leasing oder Kredit die bessere Alternative für ihn ist, einen Tilgungsplan bzw. eine Entwicklung des Ablösebetrags bei planmäßigem Vertragsverlauf vorlegen lassen, um das Risiko beziffern zu können. Letztlich führen Überlegungen rund um den Gap und entsprechende Risiken und Versicherungskosten zu der Frage, ob alternative Finanzierungsmöglichkeiten zum Leasing – insbesondere ein klassisches Darlehen – nicht günstiger sind. Als Ansprechpartner hierfür ist eine unabhängige Unternehmensberatung geeignet.

Kredite zur Existenzgründung

Dienstag, 12. April 2011

Der Kapitalbedarf für eine Existenzgründung lässt sich bei einem Start-up von überschaubarer Größe manchmal komplett aus eigenen Mitteln bestreiten. Meistens werden jedoch Kredite in einem gewissen Umfang benötigt. Ratenkredite kommen hierbei grundsätzlich nur für überschaubare Beträge in Betracht. Ansonsten werden Darlehen zur betrieblichen Finanzierung beantragt. Der Unterschied liegt insbesondere in den unterschiedlichen Konditionen beider Finanzierungsvarianten. Während Ratenkredite vornehmlich standardisiert vergeben werden, bedarf es bei einem Darlehen einer individuellen Prüfung der Finanzierung durch das jeweilige Kreditinstitut. Für Unternehmen, auch Selbstständige, gilt ohnehin die Besonderheit, dass die Bonitätsprüfung auch laufend erfolgt. Hierfür sind turnusmäßig Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen seitens der Kunden einzureichen. Die Besicherung eines Darlehens ist in aller Regel ebenfalls abweichend von einem herkömmlichen Kredit, wie er für Privatpersonen zur freien Verwendung oder zur Anschaffung von Konsumgütern vergeben wird. Grundsätzlich sind Kreditsicherheiten ebenso wie die Zinssätze im Geschäft mit Firmenkunden Verhandlungssache. Beide Vertragsbedingungen hängen allerdings auch voneinander ab. Je besser ein Darlehen abgesichert ist, desto günstigere Konditionen kann ein Kunde grundsätzlich im Vergleich zu einem Blankokredit erwarten. Eine Unternehmensberatung, die mit Fragen der betrieblichen Finanzierung eingehend vertraut ist und mit diversen Kreditinstituten zusammenarbeitet, kann durch eine Analyse der bestehenden Kreditverträge und Berücksichtigung der Marktgegebenheiten im Einzelfall die gesamten Finanzierungskosten im Zuge der Existenzgründung und für bereits etablierte Betriebe durchaus nicht unwesentlich verringern.

Leitzinserhöhung und die Folgen

Montag, 11. April 2011

Die EZB hat letzte Woche damit begonnen, den Pfad des extrem billigen Geldes zu verlassen. Ob und welche direkten Auswirkungen die Erhöhung des Leitzinses von 1,00% auf 1,25% im Einzelfall für ein Unternehmen hat, hängt von den Umständen der jeweiligen Gestaltung der Unternehmensfinanzierung ab. Überliquide Betriebe mit Brutto- und Nettofinanzschulden von Null profitieren von einer zu erwartenden besseren Verzinsung ihrer liquiden Mittel. Diese sind in der Praxis jedoch eher rar gesät. Der häufigere Fall einer Inanspruchnahme von kurzfristigen Krediten, insbesondere der Betriebsmittelkreditlinie auf dem Kontokorrentkonto kann in Kürze tangiert werden, dadurch, dass die jeweilige Bank die Zinserhöhung an den Kunden als Kreditnehmer weitergibt. Eine unmittelbare Zinsanpassungsklausel gekoppelt an den Referenzzins ist darüber hinaus gehend auch möglich, in der Praxis für Kredite an Unternehmen jedoch eher die Ausnahme. Wie viel in Euro gerechnet die Verteuerung der Kreditkonditionen mit sich bringt, ergibt sich von der absoluten und relativen Höhe der KK-Kredite. Grundsätzlich ist hierzu im Übrigen zu bemerken, dass in vielen Fällen die Finanzierungskosten eines Betriebes zum Teil eine deutliche Reduzierung durch eine Umschuldung in mittelfristige Darlehen erfahren könnten. KK-Kredite stellen nämlich eine überaus teure Form der Finanzierung dar. Insofern sollte erwogen werden, spätestens, wenn die Mitteilung über die Konditionsanpassung ins Haus flattert, die diesbezüglichen Möglichkeiten einer Neustrukturierung der Finanzierung, gegebenenfalls unter Mitwirkung einer in Finanzierungsfragen versierten Unternehmensberatung, auszuloten.

Alternativen bei der Fremdfinanzierung

Montag, 4. April 2011

Manchmal wird Leasing als die günstigere Alternative zu einem Kredit als Form der Finanzierung gewählt oder zumindest als solche angeboten. Ob es im konkreten Einzelfall tatsächlich die günstigere Variante ist, ist allerdings fraglich und erst nach eingehenden Überlegungen zu beurteilen. Ab und zu ist Leasing einfach auch nur zweite Wahl, weil die Hausbank bei der Kreditvergabe abwinkt. Es gibt in der Tat die Konstellation, dass ein Kunde nicht für einen Kredit in der gewünschten Höhe gut ist, hingegen einen Leasingvertrag erhält. Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt in der Differenz hinsichtlich der monatlichen Belastung. Diese ist beim Leasing grundsätzlich niedriger. Dies ergibt sich daraus, dass der Kunde während der vereinbarten Vertragslaufzeit nicht vollständig tilgt. Vielmehr ist ein Leasingvertrag so kalkuliert, dass der aus Sicht des Leasinggebers, der Leasinggesellschaft, noch nicht amortisierte Teil der Finanzierung approximativ dem Zeitwert des Leasinggegenstands zum Ende der Grundleasingzeit entspricht. Der Kunde als Leasingnehmer tilgt in diesem Zeitraum somit nur den kalkulierten Werteverzehr bzw. die Wertminderung.
Auch zum Ende der Vertragslaufzeit gibt es Unterschiede zu einer klassischen Finanzierung durch Aufnahme eines Darlehens oder Kredits: Kann oder muss man den Leasinggegenstand käuflich übernehmen, falls ja, zu welchen Konditionen? Im Übrigen ist – hier unterscheiden sich Leasing und Kredit nicht – vor Vertragsabschluss noch zu prüfen, inwieweit das Leasingangebot des Herstellers/Verkäufers im Vergleich zu anderen Leasinggesellschaften günstig ist. Gegebenenfalls holt man Angebote der Konkurrenz ein, zum Beispiel mit Hilfe einer unabhängigen Unternehmensberatung.