Artikel-Schlagworte: „Unternehmensfinanzierung“

Tilgung von betrieblichen Finanzierungen

Donnerstag, 5. Januar 2012

Die Mindesttilgung bestimmt grundsätzlich bei einer Finanzierung deren längstmögliche Laufzeit. Während im Geschäft mit Privatkunden auch Darlehen zur freien Verwendung – meist allerdings als Ratenkredit – vergeben werden, ist dies im Kreditgeschäft an Unternehmen und beruflich Selbstständige vergleichsweise unüblich. So wird sich ein Finanzierungsangebot eines Kreditinstituts stets an der vorgesehenen Investition orientieren; gegebenenfalls stellt sich heraus, dass die vom Kunden favorisierte Darlehenslaufzeit schwerlich zu realisieren ist. Bei einer kürzeren Laufzeit steigt aufgrund der schnelleren Tilgung entsprechend der zu erbringende Kapitaldienst in Form der Darlehensannuität an.
Bei einer privaten Baufinanzierung hat sich eine Mindesttilgung von einem Prozent der Darlehenssumme zuzüglich ersparter Zinsen branchenweit als Standard herausgebildet. Bei gewerblichen Finanzierungen hingegen orientieren sich Kreditinstitute hinsichtlich der maximalen Darlehenslaufzeit bisweilen an den steuerlichen AfA-Sätzen.
Eine Besonderheit ergibt sich bei Umstrukturierungen der Unternehmensfinanzierung im Zuge der Konsolidierung. Für aufgelaufene Kontokorrentkredite, die in ein grundsätzlich zinsgünstigeres Konsolidierungsdarlehen umgeschuldet werden, sind bislang im Ergebnis keine Tilgungsleistungen erbracht worden. Die Darlehenslaufzeit entscheidet somit wesentlich über den – trotz des Zinsvorteils – höheren zu erbringenden Kapitaldienst infolge der einsetzenden Tilgung. Bei beabsichtigten betrieblichen Konsolidierungsdarlehen wird in der Praxis im Vorfeld häufig eine bankenunabhängige Unternehmensberatung eingebunden.

Aufrechterhaltung der Finanzierung

Dienstag, 20. Dezember 2011

Ganz grundsätzlich ist es überaus risikobehaftet, die Finanzierung eines Unternehmens im Wesentlichen auf das Wohlwollen seiner (einen bzw. einzigen) Hausbank abzustellen. Bei drohenden oder sich abzeichnenden Liquiditätsengpässen vergrößert sich die meist ungewollte Bankenabhängigkeit spürbar. Deutlich wird diese insbesondere, wenn sich höhere Auflagen bei der Prolongation bestehender Kreditlinien ergeben und die Gewährung von neuem Kapital zur Finanzierung der Betriebsmittel mit höheren Anforderungen, etwa zusätzlichen geforderten Kreditsicherheiten, verbunden ist. Wenn eingereichte betriebswirtschaftliche Unterlagen signalisieren, dass sich die Bonität des jeweiligen Unternehmens anhand des Ratings seitens der Bank verschlechtert hat, werden grundsätzlich auch bestehende Sonderkonditionen gestrichen, wodurch sich die Finanzierung im Vergleich zur bisherigen Situation verteuert. Die Anschlussfinanzierung wird bisweilen auch mit strengeren Auflagen als bisher versehen, beispielsweise hinsichtlich der Stellung von Kreditsicherheiten. Im Zusammenspiel mit der Geschäftsführung des Unternehmens werden in der Praxis häufig durch eine Unternehmensberatung sachgerechte Maßnahmen eingeleitet, die darauf abzielen, bestehenden Problemen bei der Generierung eines hinreichenden und nachhaltigen Cashflows zu begegnen. Dies stellt im Erfolgsfall sicher, dass das Unternehmen weiterhin die benötigten Kredite erhält.

Rote Zahlen

Mittwoch, 30. November 2011

Letztlich kann ein Unternehmen nicht dauerhaft über seine Verhältnisse leben. Genau dies passiert jedoch, wenn nachhaltig rote Zahlen geschrieben und somit Verluste eingefahren werden. Diese schmälern die Kapitaldecke, so dass die Finanzierung des Betriebes sich zunehmend schwieriger gestaltet, da Kreditgeber wie Banken, Sparkassen und Lieferanten weniger Vertrauen in die Rückführung ihrer Kredite aufbringen bzw. dies nicht mehr aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen oder institutseigener Grundsätze darstellen können.
Entsprechend gilt es, grobe Schnitzer bei der Unternehmensfinanzierung zu vermeiden. Hierzu lässt sich zählen, langfristige Investitionen, die das Sachanlagevermögen betreffen, durch die Inanspruchnahme bereitgestellter Kreditlinien auf dem Kontokorrentkonto zu finanzieren. Im Rahmen einer bis auf weiteres zugesagten Kreditlinie vollzieht sich dies zwar bequem ohne zusätzliche Kreditverhandlungen. Andererseits ist diese Art der Finanzierung auch bei günstigen Konditionen für den Kontokorrentkredit deutlich teurer im Vergleich zu einer Darlehensfinanzierung. Zudem gerät der Betrieb nicht selten in eine Reinvestitionsfalle, wenn im Zuge der Inanspruchnahme der Kreditlinien keine Tilgungsleistungen erbracht werden. Zum Zwecke einer Neustrukturierung der Finanzierung wenden sich Unternehmen in der Praxis häufig an eine bankenunabhängige Unternehmensberatung.

Jetzt Kapitaldienst senken

Freitag, 4. November 2011

Überraschend für viele hat die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Für Unternehmen mit einem hohen Anteil an kurzfristigem Fremdkapital bedeutet dies – nach der hehren Theorie – die Aussicht auf eine Entlastung beim Kapitaldienst für die entsprechenden Finanzierungen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kreditgeber dergestalt mitspielen, dass sie ihre geringeren Refinanzierungskosten entsprechend an ihre Kunden weitergeben. Vor dem Hintergrund, dass die Konditionen für KK-Kredite insgesamt auf einem (angesichts des Dauerzinstiefs im langfristigen Darlehensbereich) nach wie vor erstaunlich hohen Niveau befindlich sind, sollten Unternehmen und Selbstständige in jedem Fall die Gesprächsbereitschaft ihrer Hausbank zu einer Konditionssenkung eruieren, sofern diese nicht von sich aus aktiv wird. Vor allem bei einer Dauerinanspruchnahme der betrieblichen Kontokorrentlinie empfiehlt es sich überdies, eine Umschuldung in den mittelfristigen Darlehensbereich ins Auge zu fassen, gegebenenfalls unterstützt durch eine unabhängige Unternehmensberatung mit Expertise in Fragen rund um betriebliche Finanzierungen.

Gute Einkaufskonditionen sichern

Montag, 10. Oktober 2011

Der Finanz- und Schuldenkrise sei Dank: Die Zinsen in Deutschland, das in Sachen Bonität weiterhin in Europa als der Mercedes gilt, sind außerordentlich gesunken. Die Einkaufskonditionen für Finanzierungen sind dementsprechend hervorragend. Kreditnehmer, die für eine bereits laufende Finanzierung in Kürze eine Anschlussfinanzierung benötigen, können hiervon profitieren. Ebenso ist bei Darlehen mit variabler Zinsvereinbarung, gegebenenfalls mit Verhandlungsgeschick bzw. –druck, eine Besserstellung hinsichtlich der Zinssätze möglich. Bei einer noch etwas länger laufenden Festzinsvereinbarung lässt sich eine Sicherung der derzeit hervorragenden Finanzierungskonditionen durch ein Forward Darlehen bewerkstelligen. Für die folgende Anschlussfinanzierung der laufenden Darlehen lässt sich auf diese Weise im Vorfeld eine Zinsvereinbarung treffen, die dazu führt, dass das Risiko zwischenzeitlicher Zinserhöhungen für den Kreditnehmer ausgeschaltet wird. Unternehmen oder Selbstständige, die Mühe haben, derzeit an Finanzierungsmittel zu den allgemein herrschenden günstigen Bedingungen zu gelangen, weil es etwa Bedenken seitens der jeweiligen Bank hinsichtlich der Bonität oder des Ratings gibt, wenden sich erfahrungsgemäß an eine bankenunabhängige Unternehmensberatung, um Spielräume und alternative Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten. Eine Option ist es vielfach, anstelle von Prolongationen auslaufender Finanzierungen darüber hinaus auch Umstrukturierungen der gesamten Unternehmensfinanzierung durchzudiskutieren. Diese können neben einer besseren Teilhabe an den derzeit günstigen Finanzierungskosten auch zu stabileren bilanziellen Verhältnissen führen.

Analyse des Finanzierungsaufwands

Donnerstag, 22. September 2011

Der Finanzierungsaufwand, bestehend aus Zinsen, Bearbeitungsgebühren für Kredite und Nebenkosten des Geldverkehrs wie Kontoführungsgebühren umfasst in vielen Unternehmen einen wesentlichen Teil des Budgets und verzehrt entsprechend einen nicht unerheblichen Teil des Rohgewinns. Sofern die gesamten Kosten der Finanzierung eine steigende Tendenz aufweisen aufgrund zunehmender Höhe der Verbindlichkeiten und/oder ansteigender Zinsen aufgrund einer allgemeinen Zinserhöhung bzw. auch einer Verschlechterung der Bonität infolge schwächerer Ratingergebnisse, besteht Handlungsbedarf. Um einer Überschuldung entgegenzuwirken, die sich dadurch manifestiert, dass der Kapitaldienst nicht oder nicht mehr vollständig aus dem verfügbaren Cashflow erbracht werden kann, ist eine rechtzeitige Einleitung einer Konsolidierung der Finanzsphäre angezeigt. Für Unternehmen ist eine Konsolidierung in der Regel komplexer zu handhaben als eine drohende Überschuldungssituation bei Privathaushalten. Sie setzt insbesondere eine Ursachenanalyse der gestiegenen Kosten für die Finanzierung des Betriebs voraus. Das Ergebnis einer Unternehmensanalyse seitens einer unabhängigen Unternehmensberatung kann in der Praxis beispielsweise darauf hinauslaufen, dass Investitionsvorhaben über einen längeren Zeitraum nicht planmäßig mittel- bis langfristig entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, sondern durch Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits finanziert wurden. Hierdurch wurde der Grundstein gelegt für eine spätere finanzielle Schieflage des Unternehmens, sofern angestrebte Umsatzziele nicht erreicht wurden und/oder Zinsänderungsrisiken schlagend wurden, woraufhin zusätzlicher Finanzierungsbedarf durch noch teurere Kredite in Form von Lieferantenkrediten und Verzicht auf Skonto gedeckt werden musste.

Was ist günstiger?

Montag, 8. August 2011

Ob Leasing im Vergleich zu einem Darlehen günstiger ist, lässt sich meist nur im konkreten Einzelfall bei einer anstehenden Investitionsentscheidung beurteilen. Die Frage, ob eine klassische Finanzierung auf Kreditbasis günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hierzu gilt es, die Gesamtkosten der beiden Finanzierungsvarianten gegenüberzustellen. Bei einem Kredit sind dies die insgesamt zu leistenden Kreditraten, bestehend aus Zins und Tilgung. Beim Leasing ist es zunächst die Summe der meist monatlich fälligen Leasingraten. Zum Vertragsende kommt der Kaufpreis im Falle einer käuflichen Übernahme hinzu. Ist diese nicht gewünscht, können Ausgleichsforderungen in Abhängigkeit von Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlichen Nutzung während der Vertragslaufzeit hinzukommen. Falls eine käufliche Übernahme nicht gewünscht ist und auch keine weitere Nutzung des Investitionsobjektes, indem der Vertrag verlängert wird, ist bei der Vergleichsrechnung für die Alternative der Finanzierung auf Kreditbasis der spätere geplante Verkaufserlös zu subtrahieren. Darüber hinaus sind allerdings noch teils deutliche Unterschiede hinsichtlich der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Behandlung beider Finanzierungsvarianten zu berücksichtigen. Selbstständige und Unternehmen wenden sich bei anstehenden betrieblichen Investitionen häufig an eine unabhängige, in Fragen rund um die Unternehmensfinanzierung bewanderte Unternehmensberatung, um Pro und Contra beider Alternativen auszuloten.

Prolongationen

Dienstag, 26. Juli 2011

Unter einer Prolongation versteht man allgemein eine Anschlussfinanzierung, also die Verlängerung eines Kredites. Mitunter kann es sich hierbei um die Verlängerung von ursprünglich befristet vergebenen Kreditlinien handeln, die nicht selten zwischen Kreditinstituten und Geschäftskunden, also Unternehmen und Selbstständigen, vereinbart werden. Hierbei steht in aller Regel eine erneute Bonitätsprüfung des Kreditnehmers anhand einzureichender Geschäftszahlen an, etwa in Form von Jahresabschlussunterlagen oder unterjährigen betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Von dem Ergebnis dieser Kreditprüfung hängen sodann die weiteren Kreditkonditionen für die Unternehmensfinanzierung ab.
Der häufigere Fall einer Prolongation tritt dann ein, wenn der jeweilige Kredit zwar nicht durch Befristung oder vollständige Tilgung erledigt ist, jedoch die getroffene Zinsvereinbarung zwischen Kreditinstitut und Kunde ausläuft. Dies ist insbesondere bei langfristigen Darlehen, insbesondere für eine Immobilienfinanzierung, regelmäßig der Fall. Eine Immobilienfinanzierung erstreckt sich nicht selten über einen Zeitraum von über 30 Jahren. Üblicherweise werden die Konditionen zwischen Kunde und Bank bzw. Sparkasse über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren fest vereinbart, in einigen Fällen auch bis zu 20 Jahren. In jedem Fall werden nach Ablauf der Zinsbindungsfrist neue Verhandlungen über die Zinssätze für die weitere Darlehenslaufzeit erforderlich.
Jeder Kreditnehmer ist gut beraten, bei einer Prolongation alternative Vergleichsangebote, vorzugsweise über unabhängige Finanzdienstleister, die mit diversen Kreditinstituten zusammenarbeiten, einzuholen, um das in der Praxis meist nicht unerhebliche Sparpotenzial ausschöpfen zu können. Außerdem bietet eine Anschlussfinanzierung die Gelegenheit, sich über die Förderung selbstgenutzten Wohneigentums durch Wohn-Riester zu informieren, um hierdurch gegebenenfalls der Tilgung zusätzlichen Schub zu verleihen.

Sehr teures Geld

Dienstag, 14. Juni 2011

Zinsaufwand und Finanzergebnis stellen sich ebenso wie der Verschuldungsgrad (im engeren Sinne anhand des Verbindlichkeitenspiegels unter Angabe der Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) bei manchen Betrieben als zufriedenstellend dar. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch mitunter, dass der Schein insoweit trügt als der Betrieb ein nicht unbeträchtliches Volumen an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgebaut hat, welches einerseits im Zeitablauf im Anstieg begriffen ist und andererseits nicht oder zunehmend nicht mehr mit den korrespondierenden Aktiva im Einklang steht. Dass auf diesem Wege sehr teure Kredite als Surrogate für die Inanspruchnahme von Bankkrediten aufgenommen werden, ist im Rahmen einer Unternehmensanalyse, sei es als Jahresabschlussanalyse durch die Hausbank des Betriebs oder bei Beauftragung einer unabhängigen Unternehmensberatung, als wesentlicher Kritikpunkt an der Finanz- und (indirekt auch) Ertragslage zu werten. Gegensteuernde Maßnahmen lassen sich häufig durch eine rasche Umgestaltung der betrieblichen Finanzierung in die Wege leiten und sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden, bis Kreditgespräche anlässlich einer Anschlussfinanzierung bei der Hausbank verschlechterte Refinanzierungsbedingungen zu Tage treten lassen.

Kreditkosten

Mittwoch, 8. Juni 2011

Kreditkosten lassen sich grundsätzlich auf dreierlei Art senken: Abbau der Verschuldung, Wechsel zu einem günstigeren Anbieter (bzw. Verhandeln bestehender Konditionen) sowie Änderung der Finanzierungsstruktur. Die Abbau der Verschuldung lässt sich ad hoc grundsätzlich nur durch Kapitalmaßnahmen oder Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Bilanzverkürzung bei vorhandenen stillen Reserven bewerkstelligen. Mit weniger Aufwand und ohne ähnlich tiefgreifende Auswirkungen lassen sich häufig bessere Konditionen aushandeln. Von Vorteil beispielsweise in Zusammenhang mit einer anstehenden Anschlussfinanzierung ist hierbei die Vorlage eines besseren Konkurrenzangebots, um den bisherigen Finanzierer bei gleichbleibender Bonität zu Zugeständnissen bewegen zu können. Option 3, die Finanzierungsstruktur, die in der Praxis in nicht wenigen Fällen Optimierungspotenzial bietet, läuft im Kern auf die konsequente Inanspruchnahme der günstigsten Kredite unter Berücksichtigung der Laufzeit der mit der jeweiligen Finanzierung verbundenen Investition hinaus. Anstelle der zur Betriebsmittelfinanzierung verwandten Lieferantenkredite wird vorrangig die betriebliche Kontokorrentlinie genutzt, sofern diese zinsgünstiger ist. Bodensätze an KK-Inanspruchnahmen werden vermieden; durch Sachinvestitionen induzierte Inanspruchnahmen erfolgen nur als Vorfinanzierung im Vorfeld einer längerfristigen Finanzierung auf Darlehensbasis. Leasing als (teilweise) bilanzneutrale Fremdfinanzierungsmöglichkeit kommt in Betracht, sofern die Konditionen und die Vertragsinhalte als angemessene Alternative zur klassischen Kreditaufnahme zu würdigen sind. In Zweifelsfällen sollte man sich nicht scheuen, die zweite Meinung einer bankenunabhängigen Unternehmensberatung einzuholen.