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Vollfinanzierung

Freitag, 1. Oktober 2010

Unter einer Vollfinanzierung versteht man eine Investition, die vollständig durch Aufnahme von Fremdkapital durchgeführt wird. In der Praxis erfolgt hierbei eine Finanzierung, bei der der Kaufpreis in voller Höhe durch neu valutierte Kredite oder Darlehen durch Kreditinstitute beglichen wird.
Für ein Unternehmen hat eine Vollfinanzierung den Vorteil, dass das bestehende Eigenkapital geschont wird. Unter der Maßgabe, dass die Investition sich als rentabel herausstellen soll, muss diese rechnerisch jedoch eine höhere Rendite erwirtschaften als die Finanzierungskosten, bemessen nach dem Effektiven Jahreszins. Auch ist zu beachten, dass die Eigenkapitalquote sinkt, was sich negativ auf das Rating des Unternehmens auswirken kann. Überdies steigt im Vergleich zu einer Mischfinanzierung mit einem teilweisen Eigenkapitalanteil der Kapitaldienst an.
Für gewöhnlich üben Kreditinstitute bei der Durchführung von Vollfinanzierungen für Unternehmen und beruflich Selbstständige eine größere Zurückhaltung als im Privatkundengeschäft. Sofern eine anstehende betriebliche Investition vollständig durch Fremdkapitalaufnahme realisiert werden soll, kann in der Bereitstellung zusätzlicher Kreditsicherheiten seitens des Unternehmens gegebenenfalls eine Verhandlungsmasse liegen. Im Übrigen kann eine ortsansässige und unabhängige Unternehmensberatung aufgrund ihrer lokalen Marktkenntnis bei der Wahl geeigneter Finanzierungspartner hilfreich sein.

Was bedeutet Bonität?

Dienstag, 28. September 2010

Der Begriff Bonität kann als Synonym für Kreditwürdigkeit angesehen werden. Neben der persönlichen Kreditwürdigkeit, die schwer quantifizierbar ist, da sie die Vertrauenswürdigkeit bzw. Integrität des Kreditnehmers betrifft, spielt insbesondere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei der Bonitätsprüfung eine Rolle. Hierbei gehen Kreditinstitute bei der Prüfung eines Antrags auf eine Finanzierung der Frage nach, inwieweit der Kunde “gut“ für den jeweiligen Betrag ist.
Während im Geschäft mit Privatkunden heutzutage die Bonitätsprüfung grundsätzlich standardisierten und EDV-gestützten Prozessen folgt, stellt sich das Kreditgeschäft im Firmenkundenbereich mit Unternehmen und beruflich Selbstständigen komplexer dar. Die Bonitätsprüfung erfolgt grundsätzlich nicht nur bei Antragstellung, sondern fortlaufend durch Auswertung der einzureichenden Jahresabschlüsse und gegebenenfalls unterjähriger betriebswirtschaftlicher Auswertungen. In Verbindung mit dem Rating des Kunden entscheiden auch Sicherheiten, die vom Kreditnehmer zur Risikobegrenzung zur Verfügung gestellt werden, über die Bewilligung, Prolongation und/oder Konditionen bereitgestellter Kredite. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Finanzierungen auf Blankobasis, also ohne eine gesonderte Vereinbarung von Kreditsicherheiten, eine sehr gute Bonität des Kunden erfordern. Dies gilt gleichermaßen für eine Vollfinanzierung, bei der seitens des Kunden kein Eigenkapital eingesetzt wird. Bei einer verschlechterten Bonität eines Unternehmens, die ihn zumindest seitens des Ratings seiner Hausbank attestiert wird, kann es zielführend sein, eine bankenunabhängige und somit neutrale Unternehmensberatung zu konsultieren, um Alternativen bei der künftigen Finanzierung auszuloten.

Kostenfalle Kontokorrentkredit

Mittwoch, 15. September 2010

Wenn in Zusammenhang mit dem Dispo auf dem privaten Girokonto bisweilen von einer Kostenfalle die Rede ist, gilt dies nicht selten auch für Kontokorrentkredite. Anders als im Privatkundengeschäft lässt sich, etwa über die Bereitstellung von Kreditsicherheiten, mitunter zwar über die Konditionen verhandeln, dennoch sind die Angebote der Kreditinstitute in aller Regel kaum als günstig zu bezeichnen, insbesondere nicht im Vergleich zu mittel- und langfristigen Finanzierungen. Ohnehin stellt eine KK-Inanspruchnahme, die über Dispositionsspitzen hinausgeht, ein latentes Risiko für die Unternehmensfinanzierung dar. Neben der Belastung der Ertragslage durch die Finanzierungskosten geht mit einer Dauerinanspruchnahme des KK-Kredits auch eine Verschlechterung der Bilanzrelationen einher, die sich in einem verschlechterten Rating und damit künftig eingeschränkteren Finanzierungsmöglichkeiten äußern kann. Ein Investitionsbedarf, der fremdfinanziert werden soll, sollte somit über Kredite, die sich in ihrer Laufzeit an der geplanten Nutzungsdauer orientieren, abgedeckt werden.

Was bedeutet bonitätsabhängig?

Montag, 23. August 2010

Der Umstand, dass Kredite bonitätsabhängig vergeben werden, ist ein uralter Hut. Lediglich in jüngerer Zeit ist die Vokabel “bonitätsabhängig” in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt, da Kreditinstitute auch im Privatkundengeschäft für Ratenkredite individuelle Konditionen eingeführt haben. Diese werden grundsätzlich anhand des EDV-gestützten Scorings ermittelt und weichen in der Regel nicht unerheblich von den mit Fußnoten und/oder Sternchen versehenen Top-Konditionen aus der Werbung ab. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie diese Praxis eindämmen wird.
Für Unternehmen und beruflich Selbstständige ändert sich an der bisherigen Handhabung nichts, wonach die Bonität als Zusammenspiel von wirtschaftlicher und persönlicher Kreditwürdigkeit kontinuierlich durch das jährliche Rating neu unter Beweis gestellt werden muss. Die Konditionen für bereitgestellte Kredite sowie die Bereitschaft der Banken, das Unternehmen durch die Bereitstellung von Finanzierungen weiterhin zu begleiten, werden weiterhin von den Ergebnissen der Jahresabschlussanalyse, der Kontoführung und der Qualität der zur Verfügung gestellten Kreditsicherheiten abhängen. Werden Probleme bei der Unternehmensfinanzierung unübersehbar, die sich beispielsweise durch eine zunehmende Ausschöpfung der Kreditlinie äußern, empfliehlt es sich, beizeiten eine Unternehmensberatung zur Ursachen- und Schwachstellenanalyse einzuschalten.

Finanzierungskosten

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Finanzierungskosten, bestehend aus Zinsen, Bearbeitungsgebühren für Kredite und Nebenkosten des Geldverkehrs verzehren in vielen Unternehmen einen wesentlichen Teil des Rohgewinns. Sofern die gesamten Finanzierungskosten eine steigende Tendenz aufweisen, kann dies grundsätzlich mehrer Ursachen haben: Ein Anstieg der in Anspruch genommenen betrieblichen Kredite ist ebenso wie eine Erhöhung der Durchschnittsverzinsung denkbar. Im Hinblick auf eine vielfach seitens der Kreditinstitute praktizierte risikogerechte Bepreissung ist auch eine Wechselwirkung in der Praxis nicht selten anzutreffen: Höher verschuldete Unternehmen erhalten schlechtere Konditionen für beantragte Finanzierungen, da ihr Rating schlechter ausfällt.

Um einer Überschuldung entgegenzuwirken, die sich darin äußert, dass der Kapitaldienst nicht oder nicht mehr vollständig aus dem laufenden Cashflow erbracht werden kann, ist eine rechtzeitige Einleitung einer Konsolidierung der Finanzen geboten. Eine häufige Maßnahme besteht in einer Neustrukturierung der betrieblichen Verbindlichkeiten, unter anderem mit einer Ablösung des Kontokorrentsaldos durch ein längerfristiges Konsolidierungsdarlehen. Im Übrigen zeigt eine Unternehmensberatung häufig Potenziale zur Optimierung der betrieblichen Finanzierung außerhalb der Geschäftsverbindung zu den finanzierenden Banken auf. Eine Verkürzung der Debitorenlaufzeit sowie aktives und passives Nutzen von Skontovereinbarungen stellen in dieser Hinsicht Ansatzpunkte dar, um die Finanzierungskosten eines Unternehmens zu reduzieren.

Cashflow-Analyse

Freitag, 7. Mai 2010

Viele Unternehmen kranken daran, dass sie eigentlich rentabel arbeiten, dennoch mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben: Die (handelsrechtliche) Gewinn- und Verlustrechnung ist (noch) durch Überschüsse geprägt, während die Liquidität nachhaltig abnehmende Tendenzen zeigt. Während die Debitoren des Betriebes längere Zahlungsziele in Anspruch nehmen und ggf. auch die Forderungsausfallrate des Unternehmens steigt, besteht umgekehrt geringer Spielraum, von den Lieferanten längere Zahlungsziele zu vertretbaren Konditionen zu erhalten. Skonto kann kaum mehr genutzt werden, was gleichbedeutend mit der Inanspruchnahme sehr teurer Lieferantenkredite ist. Die Kontokorrentverbindlichkeiten weisen eine nachhaltig steigende Tendenz auf, verbunden mit einem markanten Anstieg der Zinsaufwendungen und damit des negativen Finanzergebnisses. Dies wiederum zieht ein schlechteres Rating verbunden mit Problemen bei der Unternehmensfinanzierung und/oder schlechteren Kreditkonditionen nach sich, da der Cashflow die zentrale Größe schlechthin darstellt, auf die Kreditinstitute bei der Ermittlung der Kapitaldienstfähigkeit eines Unternehmens  im Rahmen der Bonitätsprüfung Augenmerk haben.
Eine Unternehmensberatung ist der geeignete Ansprechpartner, um Probleme bei der Cashflow-Generierung zu erkennen, zu analysieren und in Zusammenarbeit mit den Inhabern bzw. der Geschäftsführung durch Einleitung sachgerechter Maßnahmen zu beseitigen.