Wer sich fragt, ob er nicht insgesamt zu viel für seine Versicherungen zahlt, liegt vermutlich nicht ganz falsch, falls er dies instinktiv vermutet. Das Problem ist hierbei, dass es alles andere als einfach ist, eine Versicherung hinsichtlich ihrer Preiswürdigkeit mit einer anderen, gleichwertigen zu vergleichen. Bereits die Gleichwertigkeit lässt sich bei näherer Betrachtung nicht ohne Weiteres beurteilen. Die eine Police hat diesen Zusatz, der beitragsfrei mitversichert ist, die andere ein anderes Extra, welches irgendwie nützlich erscheint. So gesehen, ist der Preis einer Versicherung nur begrenzt aussagekräftig. Dies sollte man bedenken, wenn man sich auf Online-Portale begibt. Diese suggerieren, für gewisse Vorgaben die günstigsten Tarife herauszufiltern. Abgesehen davon, dass sich längst nicht alle relevanten Anbieter auf diese Weise in einen Kostenvergleich einbeziehen lassen, stellt sich oftmals die Frage, ob ein wenig mehr Versicherungsumfang zu einem minimalen Aufpreis gegenüber dem nominal günstigeren Angebot einer anderen Gesellschaft nicht womöglich doch eine vorteilhafte Investition ist. Spätestens beim sprichwörtlichen Kleingedruckten wird deutlich, dass Versicherungen schwer zu vergleichende Produkte sind. Bei einem Kredit ist dies grundsätzlich einfacher: Für mehrere Angebote mit gleicher Flexibilität, was die Möglichkeit von kostenlosen Sondertilgungen angeht, kann man relativ einfach ein Ranking erstellen, indem man den Effektivzinssatz als Kriterium heranzieht. Der günstigste Kredit ist insoweit derjenige, um den man sich zuallererst bemühen sollte. Bei Versicherungen gilt dieses Prinzip, dass die günstigste schlicht die empfehlenswerteste ist, im Grunde nur für eine Risiko-Lebensversicherung, wie sie häufig in Zusammenhang mit dem Abschluss einer Baufinanzierung zur finanziellen Absicherung der Angehörigen für den Fall eines Falles abgeschlossen wird. Bei gleicher Versicherungssumme ergibt sich die Höhe der Versicherungsprämie aufgrund der persönlichen Antragsdaten. Lediglich die Höhe des Sofortrabatts ist für die Zukunft schwierig zu beurteilen. Diese hängt im Wesentlichen von der Ertragsentwicklung bzw. der Überschussbeteiligung der jeweiligen Versicherungsgesellschaft ab. Entsprechend sollte man sich bei einem unabhängigen Finanzdienstleister eine zweite Meinung einholen, inwieweit das Risiko unerwarteter Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit einzuschätzen ist. Gegebenenfalls kann also auch das “eigentlich” zweitgünstigste Angebot insgesamt die Nase vorn haben. Bei allen anderen Gattungen von Versicherungen ist dies, wie gesagt, ohnehin der Fall. Der Preis ist hier jeweils ein wichtiges, aber auf keinen Fall das alleinentscheidende Kriterium.
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Vergleichen, aber richtig!
Freitag, 13. Januar 2012Was ist günstiger?
Montag, 8. August 2011Ob Leasing im Vergleich zu einem Darlehen günstiger ist, lässt sich meist nur im konkreten Einzelfall bei einer anstehenden Investitionsentscheidung beurteilen. Die Frage, ob eine klassische Finanzierung auf Kreditbasis günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Hierzu gilt es, die Gesamtkosten der beiden Finanzierungsvarianten gegenüberzustellen. Bei einem Kredit sind dies die insgesamt zu leistenden Kreditraten, bestehend aus Zins und Tilgung. Beim Leasing ist es zunächst die Summe der meist monatlich fälligen Leasingraten. Zum Vertragsende kommt der Kaufpreis im Falle einer käuflichen Übernahme hinzu. Ist diese nicht gewünscht, können Ausgleichsforderungen in Abhängigkeit von Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlichen Nutzung während der Vertragslaufzeit hinzukommen. Falls eine käufliche Übernahme nicht gewünscht ist und auch keine weitere Nutzung des Investitionsobjektes, indem der Vertrag verlängert wird, ist bei der Vergleichsrechnung für die Alternative der Finanzierung auf Kreditbasis der spätere geplante Verkaufserlös zu subtrahieren. Darüber hinaus sind allerdings noch teils deutliche Unterschiede hinsichtlich der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Behandlung beider Finanzierungsvarianten zu berücksichtigen. Selbstständige und Unternehmen wenden sich bei anstehenden betrieblichen Investitionen häufig an eine unabhängige, in Fragen rund um die Unternehmensfinanzierung bewanderte Unternehmensberatung, um Pro und Contra beider Alternativen auszuloten.
Sehr teures Geld
Dienstag, 14. Juni 2011Zinsaufwand und Finanzergebnis stellen sich ebenso wie der Verschuldungsgrad (im engeren Sinne anhand des Verbindlichkeitenspiegels unter Angabe der Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) bei manchen Betrieben als zufriedenstellend dar. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch mitunter, dass der Schein insoweit trügt als der Betrieb ein nicht unbeträchtliches Volumen an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgebaut hat, welches einerseits im Zeitablauf im Anstieg begriffen ist und andererseits nicht oder zunehmend nicht mehr mit den korrespondierenden Aktiva im Einklang steht. Dass auf diesem Wege sehr teure Kredite als Surrogate für die Inanspruchnahme von Bankkrediten aufgenommen werden, ist im Rahmen einer Unternehmensanalyse, sei es als Jahresabschlussanalyse durch die Hausbank des Betriebs oder bei Beauftragung einer unabhängigen Unternehmensberatung, als wesentlicher Kritikpunkt an der Finanz- und (indirekt auch) Ertragslage zu werten. Gegensteuernde Maßnahmen lassen sich häufig durch eine rasche Umgestaltung der betrieblichen Finanzierung in die Wege leiten und sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden, bis Kreditgespräche anlässlich einer Anschlussfinanzierung bei der Hausbank verschlechterte Refinanzierungsbedingungen zu Tage treten lassen.
Gap-Versicherung
Montag, 18. April 2011Bei einer Gap-Versicherung handelt es sich um eine spezielle Form der Versicherung, die sich unter Umständen im Zusammenhang mit der Finanzierung betrieblichen Anlagevermögens als überlegenswerte Option entpuppen kann. Sie kommt zum Tragen, wenn ein Leasingvertrag vorzeitig beendet wird. Beispielsweise ist dies der Fall wenn der Leasinggegenstand, etwa das Fahrzeug, einen Totalschaden erleidet oder gestohlen wird. Abgesehen von Kulanzregelungen, die einige Anbieter während einer gewissen Karenzzeit ab Vertragsbeginn vorsehen, ist in der Regel kein Tausch des Leasingobjekts möglich. Wenn der Vertrag vorzeitig beendet wird, ist zu beachten, dass grundsätzlich zwei Parteien hieran verdienen, nämlich die Leasinggesellschaft und die refinanzierende Bank. Neben für gewöhnlich anfallenden Vorfälligkeitsentschädigungen gilt es seitens des Leasingnehmers neben dem Restbuchwert des Leasinggegenstands auch die Finanzierungskosten auf einen Schlag abzulösen. Die sich hieraus ergebende Summe übersteigt den Ablösebetrag im Vergleich zu einem Kredit, der unter sonst gleichen Umständen gewährt würde, in aller Regel deutlich. Eben diesen sogenannten Gap, die Differenz zwischen Zeitwert und Ablösebetrag, kann man bei einigen Anbietern durch eine entsprechende Gap-Versicherung absichern. Wie bei allen Versicherungen gilt, dass der Interessent einen Preis-Leistungs-Vergleich durchführen sollte, um nicht zu viel zu bezahlen. In jedem Fall sollte sich der Kunde bei der vor der Investition im Raum stehenden Frage, ob Leasing oder Kredit die bessere Alternative für ihn ist, einen Tilgungsplan bzw. eine Entwicklung des Ablösebetrags bei planmäßigem Vertragsverlauf vorlegen lassen, um das Risiko beziffern zu können. Letztlich führen Überlegungen rund um den Gap und entsprechende Risiken und Versicherungskosten zu der Frage, ob alternative Finanzierungsmöglichkeiten zum Leasing – insbesondere ein klassisches Darlehen – nicht günstiger sind. Als Ansprechpartner hierfür ist eine unabhängige Unternehmensberatung geeignet.
Alternativen bei der Fremdfinanzierung
Montag, 4. April 2011Manchmal wird Leasing als die günstigere Alternative zu einem Kredit als Form der Finanzierung gewählt oder zumindest als solche angeboten. Ob es im konkreten Einzelfall tatsächlich die günstigere Variante ist, ist allerdings fraglich und erst nach eingehenden Überlegungen zu beurteilen. Ab und zu ist Leasing einfach auch nur zweite Wahl, weil die Hausbank bei der Kreditvergabe abwinkt. Es gibt in der Tat die Konstellation, dass ein Kunde nicht für einen Kredit in der gewünschten Höhe gut ist, hingegen einen Leasingvertrag erhält. Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt in der Differenz hinsichtlich der monatlichen Belastung. Diese ist beim Leasing grundsätzlich niedriger. Dies ergibt sich daraus, dass der Kunde während der vereinbarten Vertragslaufzeit nicht vollständig tilgt. Vielmehr ist ein Leasingvertrag so kalkuliert, dass der aus Sicht des Leasinggebers, der Leasinggesellschaft, noch nicht amortisierte Teil der Finanzierung approximativ dem Zeitwert des Leasinggegenstands zum Ende der Grundleasingzeit entspricht. Der Kunde als Leasingnehmer tilgt in diesem Zeitraum somit nur den kalkulierten Werteverzehr bzw. die Wertminderung.
Auch zum Ende der Vertragslaufzeit gibt es Unterschiede zu einer klassischen Finanzierung durch Aufnahme eines Darlehens oder Kredits: Kann oder muss man den Leasinggegenstand käuflich übernehmen, falls ja, zu welchen Konditionen? Im Übrigen ist – hier unterscheiden sich Leasing und Kredit nicht – vor Vertragsabschluss noch zu prüfen, inwieweit das Leasingangebot des Herstellers/Verkäufers im Vergleich zu anderen Leasinggesellschaften günstig ist. Gegebenenfalls holt man Angebote der Konkurrenz ein, zum Beispiel mit Hilfe einer unabhängigen Unternehmensberatung.
Besonderheiten beim Leasing
Montag, 21. Februar 2011Leasing ist eine besondere Form der Finanzierung. Es handelt sich um eine Mischung zwischen einer klassischen Kreditaufnahme, einem Mietvertrag und einem Mietkaufvertrag. Die einzelnen Elemente sind im jeweiligen Einzelfall unterschiedlich stark ausgeprägt. Der Leasingnehmer erwirbt kein Eigentum an dem Leasingobjekt, sondern mietet es von der Leasinggesellschaft. Diese wiederum kauft das Objekt und refinanziert den Kauf oftmals über ein Kreditinstitut. Die Leasinggesellschaft und das Kreditinstitut gehören mitunter demselben Konzern an. Während der Laufzeit des Leasingvertrages zahlt der Leasingnehmer monatliche Leasingraten. Diese sind fest vereinbart und unterliegen entsprechend keinem Zinsänderungsrisiko bei steigenden Zinssätzen. Die Leasingraten beinhalten die Abnutzung des Leasingobjekts, bemessen nach den Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die Finanzierungskosten sowie Verwaltungskosten und die kalkulierte Marge der Leasinggesellschaft unter Berücksichtigung eventueller Kreditausfallrisiken.
Im Vergleich zu einer klassischen Finanzierung auf Darlehensbasis ist der Kapitaldienst in Form der monatlichen Leasingrate in aller Regel niedriger als eine entsprechende Kreditrate. Dies hängt insbesondere damit zusammen, dass beim Leasing die rechnerische Tilgung nur bis zum kalkulierten Restwert des Leasinggegenstands zum Ende der Vertragslaufzeit erfolgt. Bei einem Kredit hingegen ist die Kreditsumme zum Ende der Kreditlaufzeit vollständig durch die Tilgungsanteile der Kreditraten zurückgezahlt. Dass Leasing insgesamt nicht die günstigere Form der Finanzierung darstellen muss (und in der Praxis oft auch nicht wird), lässt sich, gegebenenfalls unter Mithilfe einer auf Fragen rund um die Unternehmensfinanzierung spezialisierten Unternehmensberatung ermitteln.
Was ist für einen Business Plan wichtig?
Freitag, 11. Februar 2011Der Business Plan für eine vorgesehene Existenzgründung enthält zunächst eine verbale Erläuterung der Geschäftsidee bzw. des Gründungsvorhabens sowie einen (häufig umfangreichen) Zahlenteil, der die geplante Geschäftsentwicklung komprimiert und übersichtlich darstellt. Hierunter fallen eine Umsatz- und Ertragsvorschau, eine Kapitalbedarfsplanung und eine Liquiditätsvorschau.
Wie umfangreich der Business Plan im Einzelfall zu sein hat und über welchen Zeitrahmen sich das Zahlenwerk zu erstrecken hat, kann nicht pauschal angegeben werden. Zum einen hängt dies von der Komplexität des Geschäftsvorhabens ab, zum anderen vom Adressaten. Beispielsweise kann ein (knapp gehaltener) Business Plan ausreichend für einen Antrag auf den Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit sein, während für die Bereitstellung von Finanzierungen durch öffentliche Förderinstitute eine noch tiefere und ausführlichere Darstellung erforderlich sein kann.
Grundsätzlich ist es jedoch erforderlich, dass das Zahlenwerk in sich geschlossen und widerspruchsfrei ist. Zudem muss es in Verbindung mit der Branchensituation plausibel sein und von dem Selbstständigen in spe erläutert und vertreten werden können. Insbesondere, wenn keine einschlägigen kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vorhanden sind, empfiehlt es sich, eine Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung bei der Erstellung des Business Plans einzugehen.
Darlehen für Existenzgründer
Freitag, 28. Januar 2011Ein Darlehen ist die gängigste Kreditart für die Durchführung einer mittel- bis langfristigen Finanzierung. Darlehen werden von grundsätzlich allen Banken und Sparkassen sowie von bestimmten öffentlichen Förderinstitutionen vergeben. Darlehensnehmer können sowohl Privatpersonen als auch Betriebe jeder Couleur von der Existenzgründung bis hin zum Großunternehmen sein.
Im Gegensatz zu einem Ratenkredit, der vornehmlich für die Finanzierung des privaten Konsums vergeben wird, ist ein Darlehen grundsätzlich für längerfristige Finanzierungen angelegt. In aller Regel weisen Darlehen günstigere Konditionen auf als ein Ratenkredit, beinhalten allerdings auch höhere Mindestbeträge. Häufig werden für die Gewährung eines Darlehens gesonderte Kreditsicherheiten von Seiten des Kreditinstituts verlangt. Die Konditionen für ein Darlehen richten sich nach der Darlehenslaufzeit, der Darlehenshöhe, der Bonität des Kreditnehmers und gegebenenfalls nach der Werthaltigkeit der zur Verfügung gestellten Kreditsicherheiten.
Es empfiehlt sich, für die Wahl des Finanzierungspartners angemessene Zeit zu verwenden, da sich die Konditionen einzelner Banken und Sparkassen nicht unbeträchtlich unterscheiden. Bei der Gesamtfinanzierung einer Existenzgründung sollte unbedingt die Möglichkeit geprüft werden, günstige öffentliche Mittel einzubinden. Dies sollte bei einer qualifizierten und unabhängigen Finanzberatung Standard sein.
Ertragsvorschau
Mittwoch, 19. Januar 2011Man begibt sich aus vielerlei Motiven in die berufliche Selbstständigkeit: Angestrebte Unabhängigkeit ist der vermutlich meistgenannte Beweggrund, um eine Existenzgründung in Angriff zu nehmen.
Letztlich ist bei jeder Existenzgründung jedoch die entscheidende Frage, ob sich das Vorhaben als tragfähig erweist, und zwar nachhaltig. Die Anlaufphase ist nicht selten durch Verluste geprägt: Die Umsätze steigen erst sukzessive an und können zu Beginn die von vorn herein existenten Fixkosten noch nicht abdecken. Sorgsam und realistisch erstellte Ertragsvorschaurechnungen beinhalten nicht selten “geplante Verluste“. Kreditinstitute, die die Existenzgründung durch Bereitstellung eigener Kredite oder Durchleitung staatlicher Fördermittel begleiten, wissen um die Problematik und haben bei der Plausibilitätsprüfung der Ertragsvorschau ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung der Anfangsphase. Geplante Verluste, die solide finanziert sind, sind aus diesem Grund grundsätzlich nicht zwangsläufig als Makel des geplanten Existenzgründungsvorhabens zu interpretieren.
Sofern sich zeigt, dass die ursprünglich angestrebten Umsatzzahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben, hat dies zweierlei Effekte, die unmittelbar miteinander zusammenhängen: Zum Einen werden die Planzahlen der Ertragsvorschaurechnung verfehlt, zum Anderen entsteht ein Defizit hinsichtlich der Liquiditätsausstattung des Unternehmens. Diese Zusammenhänge aufzuzeigen, ist ein Kernstück des Dienstleistungsangebots einer Unternehmensberatung. Unternehmensberater unterstützen Existenzgründer sowohl bei der Erstellung der für den Business Plan erforderlichen Ertragsvorschau als auch beim Controlling.