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Organisation der Finanzen nicht unterschätzen

Freitag, 14. Januar 2011

Eine mitunter gewöhnungsbedürftige Erfahrung im Rahmen einer Existenzgründung für den Neu-Selbstständigen ist das Hinzukommen einer betrieblichen Sphäre zusätzlich zu den privaten Finanzen. Beide Sphären sind nicht zu vermischen, sondern strikt zu trennen.
Die privaten Finanzen werden wie bisher über das private Girokonto als Drehscheibe des unbaren Zahlungsverkehrs abgewickelt. Daueraufträge und Lastschriftzahlungen für private Kosten wie etwa die private Miete verbleiben dort. Transferzahlungen wie das Kindergeld werden ebenfalls weiterhin auf dem Privatkonto verbucht. Der Umfang der Transferzahlungen kann im Übrigen in der Anlaufphase einer Existenzgründung zunehmen. Beispielsweise sind auch Selbstständige grundsätzlich antragsberechtigt für Wohngeld als Mietzuschuss bzw. für einen Lastenzuschuss (bei selbstgenutztem Wohneigentum, für das eine Baufinanzierung zu bedienen ist). Ein Gründungszuschuss, der von der Agentur für Arbeit gewährt wird, falls die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus erfolgt, wird auf dem Privatkonto verbucht!
Die betrieblichen Kosten werden über das neu zu eröffnende Geschäftsgirokonto abgewickelt. Erfahrungsgemäß kann es als Existenzgründer nicht vollständig unproblematisch sein, einen Kontokorrentkredit, das Pendant zum privaten Dispositionskredit, zu erhalten. Eine Unternehmensberatung, die in die Existenzgründung eingebunden ist, beispielsweise weil sie im Rahmen der Erstellung des Business Plans oder bei der fachlichen Stellungnahme zur Beantragung des Gründungszuschusses tätig war, kennt in der Regel auch den regionalen Bankenmarkt und kann einschätzen, welche Kreditinstitute grundsätzlich Existenzgründungen begleiten möchten bzw. inwieweit branchenspezifische Präferenzen bei einzelnen Instituten bestehen. Etwaige Defizite in der üblicherweise durch noch geringe Umsätze geprägten Anlaufphase einer Existenzgründung werden durch Einlagen zu Lasten des Privatkontos auf dem Geschäftsgirokonto beseitigt. Zu vermeiden sind Dauerinanspruchnahmen kurzfristiger Kredite.

Finanzplanung

Montag, 6. Dezember 2010

Innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens ist der Finanzplanung grundsätzlich eine sehr hohe Bedeutung beizumessen. Im Falle qualitativer Defizite in diesem Bereich befindet sich ein Unternehmen gewissermaßen im Blindflug im Hinblick auf die betriebliche Liquidität und damit die Solvenz. Eine Unternehmensberatung kann gegebenenfalls entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter in die Wege leiten, nachdem die Ursachen für die Defizite ausgemacht werden konnten.
Sofern der Grundsatz, dass das betriebliche Anlagevermögen in Anlehnung an die jeweilige betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer finanziert werden sollte, missachtet wurde, weisen einschlägige Bilanzkennzahlen wir etwa die Anlagendeckung zwangsläufig nicht zufriedenstellende Werte aus. Neben einem hierdurch bedingt häufig schlechten Rating seitens der finanzierenden Kreditinstitute bedeutet ein zu hohes Maß kurzfristiger Kredite durch Inanspruchnahme der KK-Linie oder gewährter Lieferantenkredite auch, dass die durchschnittlichen Kapitalkosten im Branchenvergleich und in absoluter Höhe als ungünstig anzusehen sind.
Eine Umschuldung des Bodensatzes an kurzfristigem, jedoch dauerhaft in Anspruch genommenem Fremdkapital in ein langfristiges Darlehen, wie es für Privatpersonen im Rahmen einer Baufinanzierung üblich ist, ist auch für Unternehmen eine nahe liegende Option, um ihrer Finanzplanung mehr Stabilität zu verleihen und gleichzeitig die Kapitalkosten zu senken.

Betriebliche und private Sphäre

Donnerstag, 30. September 2010

Eine mitunter gewöhnungsbedürftige Erfahrung im Rahmen einer Existenzgründung für den Neu-Selbstständigen ist das Hinzukommen einer betrieblichen Sphäre zusätzlich zu den privaten Finanzen. Beide Sphären sind strikt zu trennen.
Die privaten Finanzen werden wie bisher über das private Girokonto als Drehscheibe des unbaren Zahlungsverkehrs abgewickelt. Daueraufträge und Lastschriftzahlungen für private Kosten wie etwa die private Miete verbleiben dort. Transferzahlungen wie das Kindergeld werden ebenfalls weiterhin auf dem Privatkonto verbucht. Der Umfang der Transferzahlungen kann im Übrigen in der Anlaufphase einer Existenzgründung zunehmen. Beispielsweise sind auch Selbstständige grundsätzlich antragsberechtigt für Wohngeld als Mietzuschuss bzw. für einen Lastenzuschuss (bei selbstgenutztem Wohneigentum, für das eine Immobilienfinanzierung zu bedienen ist).
Die betrieblichen Kosten werden über das neu zu eröffnende Geschäftsgirokonto abgewickelt. Erfahrungsgemäß kann es als Existenzgründer nicht vollständig unproblematisch sein, einen Kontokorrentkredit, das Pendant zum privaten Dispositionskredit, zu erhalten. Eine Unternehmensberatung, die mit der jeweiligen Existenzgründung befasst sind, etwa weil sie im Rahmen der Erstellung des Business Plans oder bei der fachlichen Stellungnahme zur Beantragung des Gründungszuschusses tätig war, kennt in der Regel auch den ansässigen Bankenmarkt und kann einschätzen, welche Kreditinstitute grundsätzlich Existenzgründungen begleiten möchten bzw. inwieweit auch branchenspezifische Präferenzen bei Banken und Sparkassen bestehen.
Defizite in der nicht selten durch noch geringe Umsätze geprägten Anlaufphase einer Existenzgründung werden durch Einlagen zu Lasten des Privatkontos auf dem Geschäftsgirokonto beseitigt.

Kostenfalle Kontokorrentkredit

Mittwoch, 15. September 2010

Wenn in Zusammenhang mit dem Dispo auf dem privaten Girokonto bisweilen von einer Kostenfalle die Rede ist, gilt dies nicht selten auch für Kontokorrentkredite. Anders als im Privatkundengeschäft lässt sich, etwa über die Bereitstellung von Kreditsicherheiten, mitunter zwar über die Konditionen verhandeln, dennoch sind die Angebote der Kreditinstitute in aller Regel kaum als günstig zu bezeichnen, insbesondere nicht im Vergleich zu mittel- und langfristigen Finanzierungen. Ohnehin stellt eine KK-Inanspruchnahme, die über Dispositionsspitzen hinausgeht, ein latentes Risiko für die Unternehmensfinanzierung dar. Neben der Belastung der Ertragslage durch die Finanzierungskosten geht mit einer Dauerinanspruchnahme des KK-Kredits auch eine Verschlechterung der Bilanzrelationen einher, die sich in einem verschlechterten Rating und damit künftig eingeschränkteren Finanzierungsmöglichkeiten äußern kann. Ein Investitionsbedarf, der fremdfinanziert werden soll, sollte somit über Kredite, die sich in ihrer Laufzeit an der geplanten Nutzungsdauer orientieren, abgedeckt werden.

Finanzierungskosten

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Finanzierungskosten, bestehend aus Zinsen, Bearbeitungsgebühren für Kredite und Nebenkosten des Geldverkehrs verzehren in vielen Unternehmen einen wesentlichen Teil des Rohgewinns. Sofern die gesamten Finanzierungskosten eine steigende Tendenz aufweisen, kann dies grundsätzlich mehrer Ursachen haben: Ein Anstieg der in Anspruch genommenen betrieblichen Kredite ist ebenso wie eine Erhöhung der Durchschnittsverzinsung denkbar. Im Hinblick auf eine vielfach seitens der Kreditinstitute praktizierte risikogerechte Bepreissung ist auch eine Wechselwirkung in der Praxis nicht selten anzutreffen: Höher verschuldete Unternehmen erhalten schlechtere Konditionen für beantragte Finanzierungen, da ihr Rating schlechter ausfällt.

Um einer Überschuldung entgegenzuwirken, die sich darin äußert, dass der Kapitaldienst nicht oder nicht mehr vollständig aus dem laufenden Cashflow erbracht werden kann, ist eine rechtzeitige Einleitung einer Konsolidierung der Finanzen geboten. Eine häufige Maßnahme besteht in einer Neustrukturierung der betrieblichen Verbindlichkeiten, unter anderem mit einer Ablösung des Kontokorrentsaldos durch ein längerfristiges Konsolidierungsdarlehen. Im Übrigen zeigt eine Unternehmensberatung häufig Potenziale zur Optimierung der betrieblichen Finanzierung außerhalb der Geschäftsverbindung zu den finanzierenden Banken auf. Eine Verkürzung der Debitorenlaufzeit sowie aktives und passives Nutzen von Skontovereinbarungen stellen in dieser Hinsicht Ansatzpunkte dar, um die Finanzierungskosten eines Unternehmens zu reduzieren.

Konsolidierung

Dienstag, 27. Juli 2010

Sofern auf dem Geschäftskonto eines Unternehmens oder beruflich Selbstständigen Sollsalden mit steigender Tendenz auf dem Kontokorrentkonto auftreten, besteht Handlungsbedarf. Falls die höhere Inanspruchnahme nachvollziehbar auf einer Ausweitung des Geschäftsumfangs beruht, verbunden mit einem steigenden Bedarf an einer Finanzierung von Betriebsmitteln, kann eine dauerhafte (bei Saisonbetrieben gegebenenfalls auch befristete) Erhöhung des KK-Limits bereits die ideale Lösung für Kreditgeber und Kreditnehmer darstellen.

Falls jedoch eine tiefergehende Analyse durch das finanzierende Kreditinstitut oder eine bankenunabhängige, neutrale Unternehmensberatung zeigt, dass der kurzfristige Finanzierungsbedarf, der sich in der steigenden Inanspruchnahme der Kreditlinie widerspiegelt, nicht im Einklang mit den Umsatzzahlen steht, kommen andere Ursachen in Betracht, beispielsweise eine nicht ausreichende Finanzplanung, rückläufige Rentabilität, steigende Debitorenlaufzeiten und/oder eine nicht fristenkongruente Finanzierung des betrieblichen Anlagevermögens. In diesen Fällen gilt es, eine Konsolidierung der Kredite des Betriebes in die Wege zu leiten mit dem Ziel, die Finanzierungskosten zu senken und die Bilanzrelationen zu verbessern.

Kreditkonditionen

Montag, 28. Juni 2010

Das derzeitige Zinsniveau zeichnet sich durch Rekordtiefstände im langfristigen Darlehensbereich aus. Profitieren sollten nicht nur private Bauherren im Rahmen ihrer Baufinanzierung, sondern auch Unternehmen. Nicht nur anlässlich von Prolongationen oder der Besprechung des Ratings nach der Jahresabschlussanalyse empfiehlt es sich, den Kontakt zu den finanzierenden Banken aufzunehmen, um Zinssenkungsspielräume auszuloten. Bestehen variabel verzinsliche Darlehen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens, kann es in dem zurzeit herrschenden Umfeld Sinn machen, eine Festzinsvereinbarung zu treffen, um sich die attraktiven Konditionen mittel- bis langfristig zu sichern und das Zinsänderungsrisiko zu reduzieren. Sieht sich die Hausbank zu keinerlei Entgegenkommen in der Lage, hilft bisweilen die Einschaltung einer Unternehmensberatung, etwa um im Rahmen von Umschuldungen aufgelaufener KK-Inanspruchnahmen koordinierend tätig zu werden.

Cashflow-Analyse

Freitag, 7. Mai 2010

Viele Unternehmen kranken daran, dass sie eigentlich rentabel arbeiten, dennoch mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben: Die (handelsrechtliche) Gewinn- und Verlustrechnung ist (noch) durch Überschüsse geprägt, während die Liquidität nachhaltig abnehmende Tendenzen zeigt. Während die Debitoren des Betriebes längere Zahlungsziele in Anspruch nehmen und ggf. auch die Forderungsausfallrate des Unternehmens steigt, besteht umgekehrt geringer Spielraum, von den Lieferanten längere Zahlungsziele zu vertretbaren Konditionen zu erhalten. Skonto kann kaum mehr genutzt werden, was gleichbedeutend mit der Inanspruchnahme sehr teurer Lieferantenkredite ist. Die Kontokorrentverbindlichkeiten weisen eine nachhaltig steigende Tendenz auf, verbunden mit einem markanten Anstieg der Zinsaufwendungen und damit des negativen Finanzergebnisses. Dies wiederum zieht ein schlechteres Rating verbunden mit Problemen bei der Unternehmensfinanzierung und/oder schlechteren Kreditkonditionen nach sich, da der Cashflow die zentrale Größe schlechthin darstellt, auf die Kreditinstitute bei der Ermittlung der Kapitaldienstfähigkeit eines Unternehmens  im Rahmen der Bonitätsprüfung Augenmerk haben.
Eine Unternehmensberatung ist der geeignete Ansprechpartner, um Probleme bei der Cashflow-Generierung zu erkennen, zu analysieren und in Zusammenarbeit mit den Inhabern bzw. der Geschäftsführung durch Einleitung sachgerechter Maßnahmen zu beseitigen.