Artikel-Schlagworte: „Kapitaldienst“

Jetzt Kapitaldienst senken

Freitag, 4. November 2011

Überraschend für viele hat die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Für Unternehmen mit einem hohen Anteil an kurzfristigem Fremdkapital bedeutet dies – nach der hehren Theorie – die Aussicht auf eine Entlastung beim Kapitaldienst für die entsprechenden Finanzierungen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kreditgeber dergestalt mitspielen, dass sie ihre geringeren Refinanzierungskosten entsprechend an ihre Kunden weitergeben. Vor dem Hintergrund, dass die Konditionen für KK-Kredite insgesamt auf einem (angesichts des Dauerzinstiefs im langfristigen Darlehensbereich) nach wie vor erstaunlich hohen Niveau befindlich sind, sollten Unternehmen und Selbstständige in jedem Fall die Gesprächsbereitschaft ihrer Hausbank zu einer Konditionssenkung eruieren, sofern diese nicht von sich aus aktiv wird. Vor allem bei einer Dauerinanspruchnahme der betrieblichen Kontokorrentlinie empfiehlt es sich überdies, eine Umschuldung in den mittelfristigen Darlehensbereich ins Auge zu fassen, gegebenenfalls unterstützt durch eine unabhängige Unternehmensberatung mit Expertise in Fragen rund um betriebliche Finanzierungen.

Mietähnliche Belastung ist möglich

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Insbesondere derzeit kann es angesichts historisch niedriger Zinssätze durchaus darstellbar sein, eine Finanzierung von Wohneigentum unter Dach und Fach zu bringen, die mit einer mietähnlichen Belastung einhergeht bzw. keine zusätzliche Belastung für die frischgebackenen Eigenheim- oder Wohnungsbesitzer mit sich bringt.
Dies gilt auch für beruflich Selbstständige. Gleichwohl stellt sich hierbei in der Praxis die Umsetzung meist ein wenig kniffliger dar als bei einer Immobilienfinanzierung für Arbeitnehmer. Viele Selbstständige kennen die ein oder andere Hürde bereits aus der betrieblichen Finanzierungspraxis heraus. Es ist nun mal so, dass Kreditinstitute tendenziell bei der Kreditvergabe an Selbstständige strengere Anforderungen stellen. Ursache ist insbesondere der Umstand, dass die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit für Zins- und Tilgungsleistungen weniger eindeutig zu beurteilen ist als bei abhängig Beschäftigten. Insofern ist es sinnvoll, eine Immobilienfinanzierung für selbst genutztes Wohneigentum in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzdienstleister, der mit zahlreichen Kreditinstituten in Geschäftsverbindung steht, in die Wege zu leiten. Öffentliche Förderung, beispielsweise durch zinsgünstige Förderdarlehen wie das KfW-Wohneigentumsprogramm, ist auch für beruflich Selbstständige eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit der Ersparnis an Kapitalkosten. Wenn für den nicht förderfähigen Teil der Gesamtfinanzierung auch noch günstiges Baugeld eingekauft werden kann, spricht vieles dafür, dass eine Finanzierung der Immobilie mit einer mietähnlichen Belastung bei gleichzeitiger Zinssicherheit realisiert werden kann.

Bilanzstrukturen

Montag, 2. Mai 2011

In Zeiten steigender Zinsen besteht die Gefahr eines sich selbst verstärkenden Effekts mit unschönen Auswirkungen auf Bilanzstrukturen und damit Rating sowie Bonität eines Unternehmens. Im Falle der Anpassung der Konditionen bestehender Kredite durch die finanzierenden Kreditinstitute an deren gestiegene Refinanzierungskosten verteuert sich die Finanzierung insgesamt. Insbesondere die Zinssätze für die Betriebsmittelkreditlinie auf dem betrieblichen Kontokorrentkonto sind hiervon betroffen. Auch Darlehen ohne Festzinsvereinbarung, also variabel verzinslich ausgestattete, sind von Zinssteigerungen betroffen. Hierdurch ist ein höherer Kapitaldienst die Folge. Im Falle betroffener Darlehen erhöht sich die Leistungsrate bei gleichbleibender Tilgung. Somit geht mit einer höheren Verzinsung zwar keine Verlängerung der Laufzeit einher, die Differenz aus bisheriger und künftig höherer Annuität spielgelt sich jedoch als zusätzlicher Zinsaufwand liquiditätswirksam auf dem Kontokorrentkonto wider. Der Cashflow, der für Investitionen und Verzehr, beispielsweise durch Privatentnahmen bzw. Geschäftsführergehälter, zur Verfügung steht, sinkt somit. Fatal kann es sich auswirken, wenn die Bilanzstrukturen des Unternehmens bislang ohnehin durch einen hohen Anteil an kurzfristigem Fremdkapital, gekennzeichnet sind. Ein hoher Anteil von Kontokorrentverbindlichkeiten ist einerseits mit einer erhöhten Anfälligkeit für Zinserhöhungen, andererseits mit einer niedrigen Anlagendeckung verbunden. Diese im Rahmen der Unternehmensanalyse gängige Kennzahl verdeutlicht, indem langfristig zur Verfügung stehendes Kapital – Eigenkapital sowie langfristig zur Verfügung stehendes Fremdkapital – ins Verhältnis zum Anlagevermögen des Unternehmens gesetzt werden. Eine bislang maue Relation verschlechtert sich durch den geschilderten Effekt zwangsläufig. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass kurzfristige Finanzierungsmittel, sofern sie über das KK-Konto dargestellt werden, mit schlechteren Konditionen verbunden sind. Mit Hilfe einer Unternehmensberatung sollte in einem Szenario steigender Zinsen bei gegebener Anfälligkeit eines Betriebes die Zinsreagibilität der gesamten Finanzierung auf den Prüfstand gestellt werden; anhand alternativer Berechnungen möglicher Umschuldungsvarianten und Umstrukturierungsmöglichkeiten lassen sich im Idealfall eine höhere Stabilität und günstigere Finanzierungskonditionen gleichermaßen realisieren.

Wie verbessern Unternehmen ihre Bonität?

Mittwoch, 27. April 2011

Die Kapitaldienstbelastung senken oder die Kapitaldienstgrenze erhöhen: Dies sind die beiden Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, um die Bonität eines Unternehmens aus Bankensicht zu verbessern. Beide Optionen müssen sich im Übrigen nicht ausschließen, sondern können auch parallel beschritten werden, da sie im Hinblick auf das Ziel, die Relation von betrieblichem Cashflow und betrieblichem Kapitaldienst zu verbessern, gleichgerichtet sind. Da die Jahresabschlüsse, die zur Unternehmensanalyse herangezogen werden, von der Geschäftsführung bzw. dem Inhaber zu unterzeichnen sind und diese die maßgebliche Grundlage für das daraus abgeleitete Rating darstellen, ist auch der Kapitaldienst, die Summe von zu erbringenden Zins- und Tilgungsleistungen, uneingeschränkt als Chefsache im Unternehmen zu begreifen. Welche Optionen im Einzelfall unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Gegebenheiten zur Verfügung stehen, kann seitens der Entscheidungsträger innerhalb des Unternehmens mit den jeweiligen Kundenbetreuern der Kreditinstitute besprochen werden oder, insbesondere wenn sich Probleme abzeichnen, mit einer bankenneutralen und unabhängigen Unternehmensberatung.
Sich abzeichnende Probleme betreffen einerseits die Anschlussfinanzierung im Falle bislang befristet zur Verfügung gestellter Kredite, andererseits die Konditionen der Fremdfinanzierung. Die Konditionen wiederum beinhalten sowohl die Höhe der Zinssätze für bereitgestellte und/oder in Anspruch genommene Finanzierungen als auch deren Besicherung. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, inwieweit das private Vermögen der Gesellschafter bzw. Inhaber einer vertraglichen Haftung für betriebliche Verbindlichkeiten unterzogen ist.

Besonderheiten beim Leasing

Montag, 21. Februar 2011

Leasing ist eine besondere Form der Finanzierung. Es handelt sich um eine Mischung zwischen einer klassischen Kreditaufnahme, einem Mietvertrag und einem Mietkaufvertrag. Die einzelnen Elemente sind im jeweiligen Einzelfall unterschiedlich stark ausgeprägt. Der Leasingnehmer erwirbt kein Eigentum an dem Leasingobjekt, sondern mietet es von der Leasinggesellschaft. Diese wiederum kauft das Objekt und refinanziert den Kauf oftmals über ein Kreditinstitut. Die Leasinggesellschaft und das Kreditinstitut gehören mitunter demselben Konzern an. Während der Laufzeit des Leasingvertrages zahlt der Leasingnehmer monatliche Leasingraten. Diese sind fest vereinbart und unterliegen entsprechend keinem Zinsänderungsrisiko bei steigenden Zinssätzen. Die Leasingraten beinhalten die Abnutzung des Leasingobjekts, bemessen nach den Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die Finanzierungskosten sowie Verwaltungskosten und die kalkulierte Marge der Leasinggesellschaft unter Berücksichtigung eventueller Kreditausfallrisiken.
Im Vergleich zu einer klassischen Finanzierung auf Darlehensbasis ist der Kapitaldienst in Form der monatlichen Leasingrate in aller Regel niedriger als eine entsprechende Kreditrate. Dies hängt insbesondere damit zusammen, dass beim Leasing die rechnerische Tilgung nur bis zum kalkulierten Restwert des Leasinggegenstands zum Ende der Vertragslaufzeit erfolgt. Bei einem Kredit hingegen ist die Kreditsumme zum Ende der Kreditlaufzeit vollständig durch die Tilgungsanteile der Kreditraten zurückgezahlt. Dass Leasing insgesamt nicht die günstigere Form der Finanzierung darstellen muss (und in der Praxis oft auch nicht wird), lässt sich, gegebenenfalls unter Mithilfe einer auf Fragen rund um die Unternehmensfinanzierung spezialisierten Unternehmensberatung ermitteln.

Investitions- und Finanzplanung

Donnerstag, 17. Februar 2011

Die Finanzplanung eines Unternehmens beinhaltet auch eine Investitionsplanung. Hierbei ist einerseits der entsprechende Kapazitätseffekt innerhalb des betrieblichen Leistungsprozesses zu berücksichtigen, andererseits sind die unmittelbaren Auswirkungen auf Liquidität (durch den Kapitaldienst) und Ertragslage (durch Abschreibungen und Zinsaufwand) zu planen. Im Zusammenhang mit jeder Investition ist von daher die Finanzierung von vorn herein aufgrund der Wechselwirkung mit der Liquiditäts- und Ertragslage von herausragender Bedeutung.
Grundsätzlich gilt, dass das Anlagevermögen, dass dem Betrieb entsprechend langfristig oder zumindest mittelfristig zur Verfügung stehen soll, lang- bzw. mittelfristig zu finanzieren. Die entsprechenden Anteile von Fremdkapital sollten entsprechend eine volumengewichtete mittlere Laufzeit haben, die die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer möglichst nicht unterschreiten sollte. In der Praxis werden derartige Finanzierungen von Kreditinstituten über ein sogenanntes Annuitätendarlehen zur Verfügung gestellt, wie es auch bei einer privaten Baufinanzierung zum Einsatz kommt. Sofern der Grundsatz der fristenkongruenten Finanzierung nicht eingehalten wird, kann es mittel- bis langfristig zu Problemen bei der Unternehmensfinanzierung kommen. Eine Unternehmensberatung, die in Fragen rund um die Investitions- und Finanzplanung versiert ist, sollte zu Rate gezogen werden, wenn sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zu langfristigen Verbindlichkeiten mit einem Charakter von Dauerschulden entwickeln. In der Praxis drückt sich dieser Umstand häufig durch ein bereits verschlechtertes Rating durch die Hausbank aus.

Privatentnahmen

Montag, 17. Januar 2011

Bei Problemen hinsichtlich der Unternehmensfinanzierung, die auf einer zunehmenden Zurückhaltung seitens der finanzierenden Kreditinstitute beruhen, sind grundsätzlich Zweifel an der Kapitaldienstfähigkeit des Unternehmens ursächlich, im schlimmeren Fall bereits offensichtliche Mängel.
Neben Maßnahmen, die zu einer Kapitaldienstentlastung führen, gilt es, Optionen zu einer Steigerung der Kapitaldienstgrenze zu prüfen. Hierunter fallen einerseits Möglichkeiten, Umsatzsteigerungen zu realisieren, andererseits ist auszuloten, inwieweit Kostensenkungen vorgenommen werden können. Für beide Zielrichtungen bietet sich die Einbindung einer Unternehmensberatung mit Know-how in der jeweiligen Branche an. Ebenso betrifft dies den dritten zentralen Punkt, der geeignet ist, eine Steigerung der Kapitaldienstgrenze herbeizuführen: Die Bindung des betrieblichen Cashflows durch Privatentnahmen des Inhabers bzw. entsprechend Geschäftsführergehälter. Eine Konsolidierung der privaten Finanzen, beispielsweise durch Umschuldungen privat aufgenommener Kredite, kann insoweit auch zu einer merklichen Entlastung der betrieblichen Sphäre beitragen.

Vollfinanzierung

Freitag, 1. Oktober 2010

Unter einer Vollfinanzierung versteht man eine Investition, die vollständig durch Aufnahme von Fremdkapital durchgeführt wird. In der Praxis erfolgt hierbei eine Finanzierung, bei der der Kaufpreis in voller Höhe durch neu valutierte Kredite oder Darlehen durch Kreditinstitute beglichen wird.
Für ein Unternehmen hat eine Vollfinanzierung den Vorteil, dass das bestehende Eigenkapital geschont wird. Unter der Maßgabe, dass die Investition sich als rentabel herausstellen soll, muss diese rechnerisch jedoch eine höhere Rendite erwirtschaften als die Finanzierungskosten, bemessen nach dem Effektiven Jahreszins. Auch ist zu beachten, dass die Eigenkapitalquote sinkt, was sich negativ auf das Rating des Unternehmens auswirken kann. Überdies steigt im Vergleich zu einer Mischfinanzierung mit einem teilweisen Eigenkapitalanteil der Kapitaldienst an.
Für gewöhnlich üben Kreditinstitute bei der Durchführung von Vollfinanzierungen für Unternehmen und beruflich Selbstständige eine größere Zurückhaltung als im Privatkundengeschäft. Sofern eine anstehende betriebliche Investition vollständig durch Fremdkapitalaufnahme realisiert werden soll, kann in der Bereitstellung zusätzlicher Kreditsicherheiten seitens des Unternehmens gegebenenfalls eine Verhandlungsmasse liegen. Im Übrigen kann eine ortsansässige und unabhängige Unternehmensberatung aufgrund ihrer lokalen Marktkenntnis bei der Wahl geeigneter Finanzierungspartner hilfreich sein.

Was bedeutet Bonität?

Dienstag, 28. September 2010

Der Begriff Bonität kann als Synonym für Kreditwürdigkeit angesehen werden. Neben der persönlichen Kreditwürdigkeit, die schwer quantifizierbar ist, da sie die Vertrauenswürdigkeit bzw. Integrität des Kreditnehmers betrifft, spielt insbesondere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei der Bonitätsprüfung eine Rolle. Hierbei gehen Kreditinstitute bei der Prüfung eines Antrags auf eine Finanzierung der Frage nach, inwieweit der Kunde “gut“ für den jeweiligen Betrag ist.
Während im Geschäft mit Privatkunden heutzutage die Bonitätsprüfung grundsätzlich standardisierten und EDV-gestützten Prozessen folgt, stellt sich das Kreditgeschäft im Firmenkundenbereich mit Unternehmen und beruflich Selbstständigen komplexer dar. Die Bonitätsprüfung erfolgt grundsätzlich nicht nur bei Antragstellung, sondern fortlaufend durch Auswertung der einzureichenden Jahresabschlüsse und gegebenenfalls unterjähriger betriebswirtschaftlicher Auswertungen. In Verbindung mit dem Rating des Kunden entscheiden auch Sicherheiten, die vom Kreditnehmer zur Risikobegrenzung zur Verfügung gestellt werden, über die Bewilligung, Prolongation und/oder Konditionen bereitgestellter Kredite. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Finanzierungen auf Blankobasis, also ohne eine gesonderte Vereinbarung von Kreditsicherheiten, eine sehr gute Bonität des Kunden erfordern. Dies gilt gleichermaßen für eine Vollfinanzierung, bei der seitens des Kunden kein Eigenkapital eingesetzt wird. Bei einer verschlechterten Bonität eines Unternehmens, die ihn zumindest seitens des Ratings seiner Hausbank attestiert wird, kann es zielführend sein, eine bankenunabhängige und somit neutrale Unternehmensberatung zu konsultieren, um Alternativen bei der künftigen Finanzierung auszuloten.

Konsolidierung

Dienstag, 21. September 2010

Wenn die Kapitaldienstfähigkeit offenkundig durch eine ansteigende Verschuldung nicht mehr gegeben ist, da die zu erbringenden Zins- und Tilgungsleistungen nicht mehr vollständig erwirtschaftet werden, ist dringender Konsolidierungsbedarf für ein Unternehmen angezeigt. Eine qualifizierte Unternehmensberatung kann sich den beiden zur Verfügung stehenden Stellschrauben eingehend widmen. Dies sind Möglichkeiten zur Steigerung der Kapitaldienstgrenze, insbesondere durch Steigerung des Cashflows, sowie Optionen zur Kapitaldienstentlastung, sprich Reduzierung der zu leistenden Zins- und Tilgungsleistungen, etwa durch eine Umstrukturierung der Unternehmensfinanzierung.