Überraschend für viele hat die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Für Unternehmen mit einem hohen Anteil an kurzfristigem Fremdkapital bedeutet dies – nach der hehren Theorie – die Aussicht auf eine Entlastung beim Kapitaldienst für die entsprechenden Finanzierungen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kreditgeber dergestalt mitspielen, dass sie ihre geringeren Refinanzierungskosten entsprechend an ihre Kunden weitergeben. Vor dem Hintergrund, dass die Konditionen für KK-Kredite insgesamt auf einem (angesichts des Dauerzinstiefs im langfristigen Darlehensbereich) nach wie vor erstaunlich hohen Niveau befindlich sind, sollten Unternehmen und Selbstständige in jedem Fall die Gesprächsbereitschaft ihrer Hausbank zu einer Konditionssenkung eruieren, sofern diese nicht von sich aus aktiv wird. Vor allem bei einer Dauerinanspruchnahme der betrieblichen Kontokorrentlinie empfiehlt es sich überdies, eine Umschuldung in den mittelfristigen Darlehensbereich ins Auge zu fassen, gegebenenfalls unterstützt durch eine unabhängige Unternehmensberatung mit Expertise in Fragen rund um betriebliche Finanzierungen.
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Freitag, 4. November 2011Liquidität durch Immobilien
Montag, 12. September 2011Eine Möglichkeit, mit selbstgenutzten Wohnimmobilien Liquidität zur Aufstockung der privaten Altersvorsorge zu generieren, besteht für Ruheständler durch eine sogenannte Umkehrhypothek, welche durch spezialisierte Kreditinstitute gewährt wird. Die Eigentümer erhalten hierdurch im Ergebnis regelmäßige Zahlungen in gleichbleibender Höhe. Das lebenslange Wohnrecht bleibt hiervon unberührt. Man spricht bei einer Umkehrhypothek aufgrund der lebenslangen, rentenähnlichen Zahlungen entsprechend auch von einer Immobilienrente. Das gewährte Darlehen wird entweder vorzeitig abgelöst oder bei Tod des letzten Eigentümers durch den Verkaufserlös der Immobilie getilgt. Die Bonitätsfrage, mit der insbesondere Selbstständige bisweilen bei der Beantragung von Finanzierungen zu kämpfen haben, stellt sich hierbei grundsätzlich nicht, da von den Kreditnehmern keinerlei Zahlungen zu erbringen sind. Lediglich im Hinblick auf die Werthaltigkeit der Immobilie gibt es gewisse Mindestanforderungen. Da das Risiko des kreditgebenden Instituts darin besteht, dass die Darlehensvaluta durch den späteren Verkaufserlös der Wohnimmobilie nicht vollständig abgelöst werden kann, ergibt sich für die Nutzbarkeit einer selbstgenutzten Wohnimmobilie die Einschränkung, dass diese annähernd lastenfrei zu sein hat. Eine ursprünglich aufgenommene Baufinanzierung sollte somit zum Zeitpunkt des Antrags auf eine Umkehrhypothek bereits eine vollständige Erledigung erfahren haben.
Was ist für einen Business Plan wichtig?
Freitag, 11. Februar 2011Der Business Plan für eine vorgesehene Existenzgründung enthält zunächst eine verbale Erläuterung der Geschäftsidee bzw. des Gründungsvorhabens sowie einen (häufig umfangreichen) Zahlenteil, der die geplante Geschäftsentwicklung komprimiert und übersichtlich darstellt. Hierunter fallen eine Umsatz- und Ertragsvorschau, eine Kapitalbedarfsplanung und eine Liquiditätsvorschau.
Wie umfangreich der Business Plan im Einzelfall zu sein hat und über welchen Zeitrahmen sich das Zahlenwerk zu erstrecken hat, kann nicht pauschal angegeben werden. Zum einen hängt dies von der Komplexität des Geschäftsvorhabens ab, zum anderen vom Adressaten. Beispielsweise kann ein (knapp gehaltener) Business Plan ausreichend für einen Antrag auf den Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit sein, während für die Bereitstellung von Finanzierungen durch öffentliche Förderinstitute eine noch tiefere und ausführlichere Darstellung erforderlich sein kann.
Grundsätzlich ist es jedoch erforderlich, dass das Zahlenwerk in sich geschlossen und widerspruchsfrei ist. Zudem muss es in Verbindung mit der Branchensituation plausibel sein und von dem Selbstständigen in spe erläutert und vertreten werden können. Insbesondere, wenn keine einschlägigen kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vorhanden sind, empfiehlt es sich, eine Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung bei der Erstellung des Business Plans einzugehen.
Förderung der Baufinanzierung
Montag, 7. Februar 2011Die private Baufinanzierung des Eigenheims kann durch die Inanspruchnahme staatlicher Fördermöglichkeiten meist deutlich günstiger gestaltet werden. Neben besonders zinsgünstigen Förderdarlehen der öffentlichen Hand kommt Wohn-Riester in Betracht. Hier gibt es allerdings Einschränkungen hinsichtlich des geförderten Personenkreises: Förderberechtigt sind, neben Beamten und sonstigen Empfängern von Amtsbezügen, alle rentenversicherungspflichtigen Personen, also insbesondere Arbeitnehmer. Einkommensgrenzen bestehen nicht. Wer nicht förderberechtigt ist, beispielsweise Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht, wird allerdings mittelbar begünstigt, sofern der förderberechtigte Ehegatte einen eigenen Riester-Vertrag abschließt und anspart. Ob man rentenversicherungspflichtig ist oder nicht, sollte dringend frühzeitig im Rahmen einer Existenzgründung bei der Deutschen Rentenversicherung geklärt werden! Die staatliche Altersvorsorgezulage beläuft sich auf bis zu 154 € jährlich je Zulageberechtigten. Darüber hinaus werden für Kinder, gekoppelt an den Kindergeldanspruch, zusätzlich bis zu 185 € bzw. 300 € (ab 2008 Geborene) gewährt. Zusätzliche Steuervorteile können gegebenenfalls im Rahmen der Steuererklärung realisiert werden. Die staatlichen Zulagen fließen bei Wohn-Riester als Sondertilgungen auf ein spezielles Wohn-Riester-Darlehen. Dadurch verkürzt sich die Darlehenslaufzeit. Die Rendite von Wohn-Riester ist in diesem Fall gleichzusetzen mit dem Effektivzins des betreffenden Darlehens.
Ertragsvorschau
Mittwoch, 19. Januar 2011Man begibt sich aus vielerlei Motiven in die berufliche Selbstständigkeit: Angestrebte Unabhängigkeit ist der vermutlich meistgenannte Beweggrund, um eine Existenzgründung in Angriff zu nehmen.
Letztlich ist bei jeder Existenzgründung jedoch die entscheidende Frage, ob sich das Vorhaben als tragfähig erweist, und zwar nachhaltig. Die Anlaufphase ist nicht selten durch Verluste geprägt: Die Umsätze steigen erst sukzessive an und können zu Beginn die von vorn herein existenten Fixkosten noch nicht abdecken. Sorgsam und realistisch erstellte Ertragsvorschaurechnungen beinhalten nicht selten “geplante Verluste“. Kreditinstitute, die die Existenzgründung durch Bereitstellung eigener Kredite oder Durchleitung staatlicher Fördermittel begleiten, wissen um die Problematik und haben bei der Plausibilitätsprüfung der Ertragsvorschau ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung der Anfangsphase. Geplante Verluste, die solide finanziert sind, sind aus diesem Grund grundsätzlich nicht zwangsläufig als Makel des geplanten Existenzgründungsvorhabens zu interpretieren.
Sofern sich zeigt, dass die ursprünglich angestrebten Umsatzzahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben, hat dies zweierlei Effekte, die unmittelbar miteinander zusammenhängen: Zum Einen werden die Planzahlen der Ertragsvorschaurechnung verfehlt, zum Anderen entsteht ein Defizit hinsichtlich der Liquiditätsausstattung des Unternehmens. Diese Zusammenhänge aufzuzeigen, ist ein Kernstück des Dienstleistungsangebots einer Unternehmensberatung. Unternehmensberater unterstützen Existenzgründer sowohl bei der Erstellung der für den Business Plan erforderlichen Ertragsvorschau als auch beim Controlling.
Darlehen oder Ratenkredit?
Freitag, 17. Dezember 2010Ein Darlehen ist die klassische Form für die Bereitstellung mittel- bis langfristiger Finanzierungen durch Kreditinstitute. Die Laufzeiten richten sich nach dem Verwendungszweck und reichen von kurzfristigen Krediten auf Darlehensbasis bis hin zu rd. 30 Jahren für eine Immobilienfinanzierung. Es stehen grundsätzlich diverse Tilgungsmöglichkeiten zur Verfügung. In der Praxis dominiert das sogenannte Annuitätendarlehen. Die regelmäßig zu leistende konstante Darlehensrate setzt sich hierbei aus einem mit zunehmender Laufzeit abnehmenden Zinsanteil und einem ansteigenden Tilgungsanteil zusammen. Das Gegenstück ist das sogenannte Festdarlehen, das bis zum Ende seiner Laufzeit nicht direkt getilgt wird; parallel werden hierfür sogenannte Tilgungssurrogate wie etwa Lebensversicherungen oder Fonds angespart, die das Darlehen zum Laufzeitende in einer Summe ablösen sollen.
Darlehen für mittlere Laufzeiten sind in ihrer Ausgestaltung einem Ratenkredit sehr ähnlich. Sie sind allerdings in aller Regel mit günstigeren Konditionen versehen, erfordern aber meist einen höheren zu finanzierenden Mindestbetrag sowie eine entsprechende Bonität des Kreditnehmers. Hinsichtlich der genauen Ausgestaltung der jeweiligen Finanzierungsvariante mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen bietet es sich im Zweifel an, eine Unternehmensberatung mit Expertise in Fragen rund um die Unternehmensfinanzierung zu kontaktieren.
Sonderkonditionen beim Leasing
Mittwoch, 15. Dezember 2010Beim Leasing gibt es keine Sonderzinssätze, mit denen geworben wird. Überhaupt wird beim Leasing grundsätzlich nicht mit Zinssätzen geworben, da die Kosten der Finanzierung nicht durch den Effektiven Jahreszins angegeben werden. Dass beispielsweise bei der Finanzierung eines Fahrzeugs über Leasing jedoch Kosten entstehen, die über den reinen Anschaffungspreis hinausgehen, sollte jedem klar sein. Sonderkonditionen spielen dahingehend eine Rolle, dass der Hersteller entweder einen Nachlass auf den Listenpreis einräumt oder dass günstige Konditionen sich in einer niedrigen Leasingrate widerspiegeln. Zu beachten ist allerdings, dass bei derartigen Sonderaktionen die Rahmenbedingungen hinsichtlich Sonderzahlung, Laufzeit und Modalitäten am Ende des Vertrages in aller Regel fix und damit nicht verhandelbar sind. Zu diesen Modalitäten zählen unter anderem die Vertragsbedingungen bezüglich der Konditionen einer käuflichen Übernahme des Fahrzeugs oder die Vergütung für den Kunden für den Fall, dass die Fahrleistung während der Leasinglaufzeit letztlich geringer ausfällt als kalkuliert. Auch aus diesem Grund ist es zu empfehlen, stets zum Vergleich Angebote für einen Kredit einzuholen. In Zweifelsfragen, welche Finanzierungsalternative aus welchen Gründen vor- und nachteilig ist, kann eine versierte Unternehmensberatung eingeschaltet werden.
Angespannte Liquidität
Mittwoch, 24. November 2010Die häufigste Ursache für eine Liquidation oder gar Insolvenzantragspflicht von Unternehmen ist die Zahlungsunfähigkeit. Diese resultieren sehr häufig aus chronischen Cashflow-Problemen des Betriebes. Diese lassen sich häufig nur nachhaltig beseitigen, wenn einerseits die Grundrentabilität des Unternehmens ein im Branchenvergleich zufriedenstellendes Niveau erreicht und andererseits die Kapitalkosten ein vertretbares Maß nicht überschreiten. Dies wiederum lässt sich mit Hilfe einer Unternehmensberatung durch Branchenvergleiche hinsichtlich der Kapitalstruktur und anhand von Konditionsvergleichen feststellen. Gegebenenfalls bietet es sich hierauf aufbauend an, ein ganzheitliches Konzept zur Neustrukturierung der Unternehmensfinanzierung in die Wege zu leiten.
Derartige Überlegungen gelten grundsätzlich für Betriebe jeder Größe, Branche und Rechtsform. Im Zuge einer Existenzgründung besteht somit die herausragende Chance, die Finanzierungsstruktur von Grund auf solide zu gestalten und mit Hilfe dynamischer Kennzahlen, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit einem Existenzgründungscoach, kontinuierlich zu überwachen.
Lohnt eine Restschuldversicherung?
Montag, 22. November 2010Bei der Aufnahme einer Finanzierung größeren Ausmaßes, beispielsweise einer Baufinanzierung, werden häufig und sinnvollerweise die Risiken, die darin bestehen, dass die Hinterbliebenen nach dem Tod des Alleinverdieners die Immobilie finanziell nicht halten können, durch eine Risikolebensversicherung abgesichert.
Bei kleineren und mittleren Finanzierungen, zu denen auch eine Existenzgründung zählen kann, wird bisweilen jedoch von Seiten des Kreditinstituts eine sogenannte Restschuldversicherung ins Spiel gebracht. Diese lohnt sich durchaus, jedoch nur für den Anbieter und den Vermittler, nicht für den Kunden. Bei einer Einbeziehung der Versicherungskosten könnte sich im Ergebnis der Effektive Jahreszins in einer Größenordnung von rund 5 Prozentpunkten verteuern. Als preisgünstigere Alternative steht für Kreditnehmer eine klassische Risikolebensversicherung zur Verfügung, deren Versicherungssumme sich degressiv fallend an die planmäßig ausstehende Restschuld der Darlehen bzw. Kredite anpasst.
Hinsichtlich einer nicht unnötig teuren Finanzierung empfiehlt es sich, auch auf derartige Feinheiten zu achten. Eine bankenunabhängige und neutrale Unternehmensberatung kann hierbei ein wertvoller Ansprechpartner sein.